Samstag, Februar 04, 2017

Fireabend

Mittwoch, Januar 18, 2017

Der Neue Job oder: Denken mit der Zirbeldrüse

Gelegentlich schau ich mir mal in Jobbörsen Jobs an. Das ist gut für die Haut und tut niemandem weh.

Außer mir vielleicht.

Denn, sehn wir von der völligen Sinnlosigkeit abhängiger Beschäftigung mal ab, so stellt sich doch eine Frage:

DARF denn mittlerweile jeder Hansel, der früher ne Kneipe am Bahnhof aufgemacht hätte, heute eine Personalvermittlung aufmachen? Ist das so ne art Auffangjob für Sozialversager, die es nich mal in Pirna zum Hakenkreuzdesigner geschafft haben? Gibts nicht langsam mehr Vermittler als zu Vermittelende? Sollten wir uns nicht lieber langsam drauf freuen, dass Trump demnächst die Murmel aus dem solaren Orbit pustet?

Also ich tu's!

***DENNOCH!***

Ich habe eine recht interessante Arbeitsoccasion gefunden, in all dem Vermittlermüll. Schöne Jobdescription. freundlichs Umfeld, flachbrüstige Hierarchien, offenen Türen, das sämtlich gleiche Seichtgefasel wie überall, aber vom Tenor her nicht verkehrt.

In... GESCHER.

"Ja, Ei-Dotter, da schau her, Sackzement", fragt sich da der Laie, "wo in aller Spacken Namen liegt den Gescher?". Und richtig: "Garnicht!" wäre die korrekte Antwort. Von "liegen" kann nicht die Rede sein, eher von "rumlungern", "dümpeln" oder auch "weilen". Das aufstrebende Wohnglomerat weilt irgendwo nördlich des Potts an der niederländischen Grenze herum und ist bis auf knapp 18.000 Einwohner völlig unbesiedelt. Warum auch?

Ja wirklich: Warum? Warum machen Menschen sowas? Wieso wandert die Menschheit von Äthiopien nach... GESCHER? Das war doch vor 200.000 Jahren schon Kacke da!

"Gooott, is das flach hier. komm, n-Ggrur-aHhag-grUU, lass uns hier bleiben, hier schleicht sich kein Säbelzahn und kein Neandertaler an. Hier is so flach, hier können wir sehen, wann die Gletscher kommen. Komm, bring mir mal unser KochGESCHERR (und so entstand der Name!), ich mach uns mal n Klops, und danach baun wir hier n Glockenmuseum."

"Sagten Sie 'Glockenmuseum'?". Sicher doch! Weil nämlich dorten das nordhreinsinnlose Glockenmuseum residiert. Ein Museum für Glocken. Doch als sei damit der Adrenalinspiegel der Anwohnerschaft nicht schon nachhaltig und gefährlich genug in Höhen gepuscht, die selbst einem James Bond die martiniröte ins Gesicht malten, gibt es - und jetzt heißt es dem Drang, den Umzug spontan zu organisieren zu widerstehen - ein:

TORFMUSEUM!
Zusätzlich und Gratis mit dazu!

"Gestatten, Mordhorst, Klaus Mordhorst, ich bin hier der Torfmuseumskurator. Schon seit meiner frühesten Jugend, Kindheit kann man sagen, fasziniert mich Torf!", so Klaus Mordhorst auf die Frage, wie er denn Torfmuseumskurator und Gründer des Torfmuseums wurde.

Ich maße mal gewagt Mut, dass mit dem Torfmuseum das letzte Wort intellektueller Grabpflege noch nicht gesprochen ist. Immerhin: Ein Moormuseum ist in Planung. Und das ist nur oberflächlich aufgrund der unnatürlichen M-Häufung auffällig. Die Frage allein bleibt: "WER GEHT DA HIN?". Finden dann in Gescherschen Jungfamilienhäusern wochenendlich folgende dissonant dargebrachte Wünsche ihren Ausdruck:

"Papaaaaaa, wir wollen unbedingt ins Moormuseum. gehst du mit uns ins Moormuseum? büttäääääää! MOORMUSEUM!!!! Moormuseum is sooo cool!"
Und Wikipedia assistiert auf dem Niveau betreuten Häkelns: "Ein Moormuseum ist ein Museum, das sich mit dem Thema Moor auseinandersetzt." "MÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖNSCH!!!!", möcht man da Mario Barthgleich ausrufen, die Schwarmintelligenz hat mal wieder zugeschlagen!

Auch jenseits des musealen fast-schon Überangebotes strotzt und protzt Gescher mit infrastruktuellen Kleinodien. Ich zitiere Wikipedia: "An das Schienennetz ist Gescher heute nicht mehr angeschlossen. Bis 1985 war der Bahnhof Gescher ein Teil der Bahnstrecke Empel-Rees–Münster (Baumbergebahn)".
Empel-Rees-Münster (Baumbergbahn)
Das klingt doch nach einem gescheiterten Abschlusstest im Logophädiegrundkurs!

Und sonst? Was macht das Leben wohl noch so erstrebenswert in der münsterländischen Perle namens Gescher? Schaun wir dem Volk aufs Maul:
"Da kennt man sich noch, das ist nicht so anonym, wie in der Großstadt. Da geht man auch mal zusammen in die Sauna und leiht sich mal die Frau!"

"Sonntags fahren wir gern nach Dülmen. Nicht, dass es dort anders wäre als in Borken oder Gescher, aber wir sammeln Umlaute und ansonsten gibts da nich viel bei uns."
Was für ne trostlose Ecke.Wahrscheinlich regnets das ganze Jahr und wenns das nich tut haben die überall so schwarzweiße Kühe rumstehen die furzen. 

Und natürlich: "Durch Gescher fließt die Berkel." Ein Satz, wie aus Quecksilber geschnitzt! "Früher, vor der Flurbereinigung, gabs ja zwei Flüsse: die helle und die dunkle Berkel. Deshalb wurde Gescher auch die Stadt der Two Berkel genannt. Stadtmarketing fand das für den internationalen Auftritt ungünstig und ließ die helle Berkel zuschütten.", erklärte der zuständige kommunale Flussvogt.

Die Hoffnung aufgeben? Vielleicht noch nicht, denn: ES GIBT EINE DISKO IN GESCHER! Den Rio Palace Eventcenter! "House & Charts in moderner Diskothek", also wenn das nich nach 90er klingt, weiß ich auch nich. Der Jubelbunker liegt geschmeidig zwischen "Maschinenhandel Hönig GmbH & Co" und "MES Paletten". Das passt, weil nämlich: Der Laden is voll das Brett!

User Ali Ali kommentierte dazu in der letzten Woche:

***** - "Weil man gut Freier kann"
Kann man so gelten lassen.

Und keine Kleingemeinde ohne den dazugehörigen Zoo des ondulierenden Gewerbes, vulgo "Friseure". Bevor ich mich kundig machte, fragte ich mich, ob und wie's um die Zunft dort so gestellt ist. Ich fragte mich, ob's und wenn ja welche Friseure es wohl geben mag, im schönen Gescher. Aber klar, bestimmt gibt's da Friseure. Muss ja. Noch getrennt nach Geschlechtern. "Salon Gahbi" und "Peer, Herrenhaarschnitte". Und dann, in der Innen"stadt"  seit neuestem  noch den "Haare Krishna - Trendfisuren und Glatzenpoliturcenter". Da geht dann aber keiner hin, weil der Betreiber aus dem Nachbarort kommt, der 2 km weit weg ist, aber diesen Dülmenern kann man ausser in Umlautfragen nich trauen und an MEIN HAAR LASS ISCH KAIN DÜLMENER NIE NICH!"

Dann der Realitätsabgleich, und KLAR, es gibt Friseure wie nich gescheit. Alles da! Es gibt UP Friseur Ulrike Pass, Salon Karin und Hair&beauty by Daniela Schmäing, UND EINEN WORTWITZASPIRANTEN HABEN WIR AUCH!

Friseur Com Hair Hochmoor

Com Hair, vastehse? Com Hair? Das klingt wie Komm Her! 

DAS! IST! NORDDEUTSCHER HUMOR! 
DAS ROCKT DAS MOOR, DA KOCHT DER TORF, DA FLACHT DAS LAND UND FERKELT DIE BERKEL!

Wenn ich Friseur wär, wär ich Damenfriseur und mein Laden hieße "Die Haarschnitte".
Vastehse? Schnitte, wie Mädchen. "Geile Schnitte" ging natürlich auch. Wär sogar fast besser. Mehr Doppeldeutigkeit pro Konsonant!

Aber vielleicht isses ja genau das.

Ich zieh nach Gescher und werde Damenfriseur. Einer muss es ja machen.

Dienstag, Dezember 13, 2016

Wunderwelt Why?nachten: Wohlfühlpantoffeln

Ab nächstem Montag gibts graues Frotteezeuch bei Aldi-Süd. Unter anderem auch  "Wohlfühlpantoffeln".

Ich frag mich doch, warum man das so betonen muss.

Gabs früher, oder gibt es vielleicht heute noch so etwas "Folterpantoffeln", "Unwohlpuschen" oder gar "Leidlatschen"? "Peintoffeln", wenn man so will? Muss man in der Werbung also in strikter Abgrenzung, wenn man die Latschen ohne innenliegenden Stacheldraht gefertigt hat "Wohlfühlpantoffeln" nennen, um ja keine Verwechslung aufkommen zu lassen?

"Schatz, hast Du mir auch die Pantoffeln mitgebracht, die's grad bei Aldi gibt?"
"Ja, Liebling, ich hab die mit rostigen Nägeln und mit giftigen Skorpionen genommen!"
"Ach Schatz, ich wollte doch die aus weichem Frottee und der anti-rutsch-Sohle, die so schön warm geben im Winter!"
"Ach du wolltest WOHLFÜHLPANTOFFELN? Ja Liebling, das hast du nicht gesagt, woher sollte ich wissen? OK, ich geh sie umtauschen, aber sei nächstes Mal ein wenig präziser!"

oder so?

"Wir hätten da noch die Pantoffelmodellreihe "Abu Ghureib" mit offenliegenden Kabelenden, die immer mal wieder einen behaglichen Stromstoß abgeben und -natürlich- mit der bewährten innenliegenden, doppelseitig verrosteten Natodrahtapplikation für tiefgreifende Fleischwunden mit sicherer Infektion. Als Sonderausstattung, aber extra zu beziehen, wäre da noch usnere Sepsiseinlage lieferbar, die nicht immer, aber doch regelmäßig zu einem extrem langwierigen und schmerzhaften Tode führt."
"Perfekt, DIE nehmen wir. Und zweimal die Einlagen in 43 für die Stiefel. Danke!"

Samstag, November 26, 2016

Ein Monat noch...

... bis Why?nachten und immer noch kein "Last Christmas" von Wham.

Ein gutes Jahr!

Donnerstag, November 10, 2016

Des hawwe mer ned gewolld... eschd ned...

Normalerweise liegen mir mikrochauvinistische oder auch nur lokalpatriotische Gesten fern, doch heute muss ich in meiner nicht ganz freiwillig angenommen Rolle als Pfälzer etwas klar- und feststellen: Das mit Trump tut uns leid! Aufrichtig, nachhaltig, vollumfänglich und unwiderruflich leid. Das haben wir nicht gewollt, das haben wir nicht kommen sehen, das war keine Absicht. Ein tragischer Unfall, ein Versehen, Ausrutscher, Faux-pas, das ging voll daneben. Sorry dafür. Echt jetzt.

Ich spreche hier -hoffe ich- für alle meine Mitpfälzer. Auch und zuallererst für die Kallstadter.

Kallstadt, ein ehemals unbelastet idyllisches Dörfchen in der Nähe von Bad Dürkheim. Wer hätte ahnen können, dass Kallstadt dereinst in einem Atemzug mit Braunau am Inn, Shaoshan oder Gori genannt werden würde? Als Ausgangspunkt einer Entwicklung, angestoßen durch die Geburt eines seltenen Prädikatsarschloches wie eben, nun ja, Donald, die die Welt -mal wieder- an den Rand des verdienten Untergangs führt.

Und dessen Großeltern aus eben jenem Kallstadt stammten.

War es nicht gute Tradition über viele Generationen pfälzer Familien hinweg, den Neugeborenen und Babies, den Heranwachsenden und Jugendlichen bis in das Alter, in dem sie autonom Saufen konnten, eine gerüttelt Menge guten Weißweines in die Milch, später in den Brei, dann ins Essen zu geben, um Sanft- und Langmut ins noch formbare Wesen zu träufeln? Haben die Trumps, einmal den Sprung über den Großen Teich gemacht, damit aufgehört, sanft prügelnd und hezrlich körperlich Sanktionierend die Entwicklung der folgenden Generation zu formen, wie's in der Heimat gang und gäbe war? Dass das funktionierte und noch heute funktioniert beweisen unsere Vorzeigepfälzer Scharping, Kohl und Brüderle. Zwar aggressiv in der Einstellung, dumm zuweilen wie 2 Sack ungelöschter Kalk, aber in der Umsetzung ihrer Aggressivität derart phlegmatisch, dass keine wahre Gefahr von ihnen ausgeht.

Wie also konnte Donald derart verkommen, außer man legt die Annahme zugrunde, er wurde nicht arttypisch ausreichend präadoleszent sediert und verdroschen? Ist Donald eine Folge falsch verstandener und sinnlos angewandter modernistischer Erziehungsideale? Kommt das dabei heraus, wenn man den blöden Balg gewähren lässt, wenn man die zerebrale Entwicklung nicht durch Methylverabreichung in geordnete Bahnen lenkt, ähnlich wie ein japanischer Bonsaizüchter seine Bäumchen durch gezielte Verkrüppelung zur arboralen Kunstform drexelt?

Ethnopädagogisch haben wir Pfälzer alles möglich getan, um das zu verhindern. Dennoch tragen wir am Scheitern unserer tradierten Erziehungsmethoden wohl Mitverantwortung. Vielleicht auch hätte ein generelles Ausreiseverbot für Pfälzer der Welt gut getan, um Dinge zu vermeiden, wie z.B. die Entwicklung des Waschbären zum Schadkleinbär im Großraum Kassel.

Mögen folgende Generationen über unser gesamtpfälzisches Verschulden richten, Leid tut es uns schon jetzt.

Nochmals: Verzeihung! Ganz ganz großes Supersorry mit Zucker obendrauf!

Mittwoch, November 09, 2016

Ist sonst noch jemandem zu lachen zumute...

... wenn ich sage, dass Frauke Petry nächstes Jahr Kanzlerin wird?

Freitag, November 04, 2016