Freitag, September 26, 2008

Feld, Wald und Wiese

Ein Ausflug in die unberührte Natur bietet viel Erbauliches. Ignoriert man die Tatsache, dass das meiste davon versucht, einen entweder in den Hintern zu beißen, zu stechen oder einem sonstwie den Tag zu versauen, kann man durchaus einen gewissen Lustgewinn aus dem Aufenthalt im Freien ziehen.

Einige Fotos sollen davon zeugen.























Da ist zum einen die lustige Welt der Pilze. Hier haben wir einen - leider unscharfen - Morchelheimer. Witze über diesen Pilz verbieten sich. Zum einen ist es einfach zu einfach, über solch ein Objekt einen Spruch zu machen. Zum anderen würden diese Sprüche zu oft in eine Richtung unterhalb der Gürtellinie gehen.

Aber...

Lustig sieht er aus.

Was hier mediumsbedingt nur schwer rüberkommt, ist der durchaus eindrucksvolle Geruch. Der Freund hier riecht wie ein Hartz IV-Empfänger im Sommer beim "Deutschland sucht den Superstar"-Marathon.

Atemberaubend, im wahrsten Wortsinne.



















Aus der richtigen Position heraus beobachtet, bietet die Natur auch immer wieder Grund und Anlass zur Erheiterung.

Das Arrangement "Alfred E. Neumann mit Baumpilzen" steht - so hoffe ich zumindest - so kurz davor, im Metropolitan Museum of Modern Art lobend erwähnt zu werden.

Was natürlich eher unwahrscheinlich ist, aber eine Überlegung ist es wert.



















Viele von uns waren - mal mehr, mal weniger freiwillig - als Kind in der Zwangslage, mit einem Teil der Verwandtschaft "wandern" zu gehen. Wandern ist hierbei natürlich nur ein Euphemismus für entweder einen "10 stündigen Gewaltmarsch durch irgendeine gottverlassene Kraterlandschaft am Ende der Welt", oder aber (wie so häufig in meiner frühesten Jugend) ein leichtes Ausschreiten mit schwerem abschließendem Gelage. Meist in einer Hütte. Was die Altvorderen dann "'Einkehren" nannten. Ein zu Recht in Vergessenheit geratener Terminus.

Wie auch immer.

Auf solchen Exkursionen ergab sich mannigfaltig die Möglichkeit, nicht nur familäres Sozialverhalten zu erkunden und zu erlernen, nein, meist zeigte sich auch ein über Primatenniveau befindlicher Verwandter erbötig, einem die Welt zu erklären. Hierzu gehört natürlich auch die Pilzkunde. Welcher ist ungiftig, welcher ist nur "ungenießbar", welcher ist giftig.

So war es auch bei mir, und irgendeines meiner mittlerweile verstorbenen Familienmitglieder, teilte mir im frühen Pleistozän der Jugend mit, dass es sich bei dem hier abgebildeteten Pilz um einen "Ziegenbart" handele. Dieser sei nicht nur nicht giftig, sondern sogar essbar. Was natürlich aufgrund der erbarmungswürdigen Menge, die dieser Pilz repräsentiert, einen extrem langen Atem im Bezug aufs Pilze sammeln erfordere.

Und was soll ich sagen? Wie viele Informationen, die an dieser Stelle von einer Generation zur anderen tradiert wurden, ist auch diese vieles, aber doch hauptsächlich eines, nämlich falsch.

Es handelt sich hier mitnichten um einen Ziegenbart.

Es ist ein "Klebriger Hörnling". Die Wortwitze, die sich daraus ergeben, macht bitte jeder selbst. Und am besten daheim. Dort wo's keiner mitbekommt.
























Auch bietet ein Ausflug Gelegenheit zur wissenschaftlichen Fortbildung. War besagte Wissenschaft bisher der Meinung, dass sich nur das Laub im Herbst aufgrund mysteriöser Prozesse bunt färbt, so muss wegen dieses Fotos die gesamte Lurchkunde neu geschrieben werden.

Auch Frösche unterliegen offensichtlich einer saisonal bedingten Farbänderung.

Dieser Herbstlaubfrosch färbt sich ab Ende August rötlich, um so im sich ebenfalls verfärbenden Laubwald erfolgreich getarnt zu sein.

Im Frühjahr und im Sommer ist dieser Frosch grün und heißt "Laubfrosch". Im Winter schläft er, wird also nicht weiß, wie anzunehmen wäre.

Insofern ist diese Spezies bemerkenswert, als dass sie nicht nur ihre Erscheinung, sondern auch ihre Bezeichnung den Jahreszeiten entsprechend ändert.



















Und das hier sind einfach nur Jungbullen.

Auch hier verbietet sich jeder Wortwitz. Umsomehr, als der Wortwitz Bezug auf sich in der Ausbildung befindliche staatliche Ordnungskräfte nähme.

Macht man einfach nicht.

Das haben die Jungs hier einfach nicht verdient.

In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

Mittwoch, September 17, 2008

Aus der Reihe: Zu Recht vergessene Rubriken

Nicht verwechseln:

Dienstag, September 16, 2008

Auf's Grote, wohl!

Tja, sehr geehrter Herr Ex-Beck, da können Sie doch mal sehn, was man mit einer wirren Fri- und noch schlechteren Ra-sur so alles werden kann. Sogar Prof. Dr. Und das nicht im Fachbereich angewandtes AKW-blockieren, Wale zurück ins Meer ziehen und HartzIV-Erschleichung, sondern als Lehrstuhlinhaber an der Frankfurt School of Finance & Management.

Dieser freundliche Zausel wurde im Umfeld des aktuellen Börsen-, Banken- und Fiktionalwirschafts-Crash an die mediale Oberfläche gespült und erklärte uns gestern in der ARD die Welt.

Ich hab's immer noch nicht aussortiert, was mich hier mehr irritiert. Die Bob-Marley-Matte? Der Messmer'sche Gesichtsnaturtarn? Die provokativ (auf hohem Niveau) nachlässige Kleidung?

Oder aber die Überlegung: Wie gut muss man sein, um mit dieser Erscheinung, in diesem Umfeld, so weit zu kommen? Die Finanz-und Bankenwelt, auch und gerade im universitären Dunstkreis, ist ja nun nicht bekannt für ihre modisch-menschliche Toleranz. Die meisten von uns kennen vielleicht diesen Phäno-Typ des jung-Ackermanns, der Campusse überall in der Republik optisch verseucht. Typen, die im Winter mit Anzug und Einstecktüchlein, und im Sommer auch mit Anzug, aber dafür mit lässig-frech über die Schulter drapiertem, meist rosafarbenen Lacoste-Strick daherkamen, und die im Geiste schon Wichtig-In-Einem-Vorstands-Meeting-hocken und Rate-für-Porsche-überweisen übten.

Immerhin ist diese Ausnahmeerscheinung "[...] not only a first-class lecturer." Sondern er wird auch "With his expertise and creativity [...] further expand our research activities in the field of private equity and mergers and acquisition."

Private Equity? Mergers and Acquisition? Sehen die Leute da nicht in der Regel so aus:













Also wenn ich die Wahl hab, nehm ich "Wolle" (er heißt mit sicherheit Wolle bei sich daheim! Seine Kumpels nennen ihn "Wolle". Bin ich mir sicher!)

Und irgendwie bin ich ein wenig, ein klitzekleinwenig, mit einer Welt versöhnt, in der das, in der jemand wie er, in der Form möglich ist. Klar, sicher! Es ist vermessen und auch wahrscheinlich ungerecht, vom Äußeren auf seine Qualifizierung oder gar "innere Werte" zu schließen.

Aber immerhin: Diese Form des Individualismus muss man sich leisten können, sprich, muss er sich verdient haben. Ich möcht' nicht wissen, wieviel Knochen seine Vorgesetzten am Tag so kotzen. "Er ist eine Schande für die Fakultät, wir müssten ihn im Wandschrank halten, aber scheiße noch-eins, er ist der Beste!".

Sowas verdient Respekt.

Und hier ist er daheim: http://www.frankfurt-school.de/content/en/news/newsfolder/2008/04/010408_n

Donnerstag, September 11, 2008

Wenn Alfred E. Neumann die Welt erklärt

Sieht das so aus:

Seit den Griechen wissen oder vermuten wir, dass Materie aus kleinen und kleinsten Teilchen besteht, den sogenannten Atomen. Jetzt hat man irgendwann rausgefunden, dass diese vermeintlich kleinsten Teilchen garnicht die kleinsten sind, sondern dass die AUCH wieder aus noch kleineren Teilchen bestehen, . z.B. Protonen, Neutronen und Elektronen. Und als wär das nich' genug, bestehen die AUCH wieder aus noch viel kleineren Teilchen. Das merkt man aber nur dann, wenn man sie aufeinanderballert.

So, und wenn man jetzt Protonen aufeinanderschießt, dann platzen die und zerfliesern in ein ganzes Bündel niedlicher, teilweise auch interessanter Winz-Teilchen. Das is 'n ganzer Zoo von verschiedenen Teilchen, worunter das QUARK das bekannteste ist, quasi der Knut der subatomaren Partikel.

















So würde Knut als Quark aussehen (Symbollfoto)

Das Problem ist jetzt, dass die Herren Wissenschaftler und Professoren, bevor sie jetzt irgendwas mit irgendwas anderem zusammenrauschen lassen, ausrechnen, was passieren MÜSSTE, damit ihre THEORIE, die sie sich abends beim Bier ausgeschwitzt haben, stimmt. Sprich, da kommt so 'n Kerl an und sagt, wenn wir Proton "Heinz" auf Proton "Hilde" schießen, dann müssen die Teilchen "Frida, Berta und Matthias" bei rauskommen. Die müssen dann die und die Größe, Energie, Masse und (vielleicht) Lebensdauer haben.

Und nun wirds prickelnd. Meistens passen die Rechnung und Ergebnis zueinander. Jedenfalls zum größten Teil. Aber halt leider "nur" zum größten Teil. Je fieseliger das wird, umso mehr "Differenzen" tauchen auf. Heißt, es entstehen zwar "Frida, Berta und Matthias", die wiegen aber zusammen nur 195 Kilo, statt der vorausberechneten 200 Kilo. Außerdem sind alle drei blond, und nicht rothaarig, wie berechnet. Also beschließt der Wissenschaftler (Und das ist jetzt ganz anders als bei uns in der Schule: Wenn da 'ne Rechnung nicht aufgegangen ist, warst DU dran schuld, das Ergebnis war falsch, du warst dumm und bist durchgefallen!), dass die zwar die Rechnung stimmt, allein, die Realität weicht hinterlistigerweise ein wenig davon ab.

Deshalb sagt der Wissenschaftler nun, die Rechnung stimmt - oder würde stimmen -, WENN da noch irgendwo ein 5 Kilo schweres Teilchen rumspringt, dass WENN es existieren würde, die Differenz von 5 kilo aufwöge. Weil nämlich: 195 + 5 = 200.

Und deshalb fängt er nun an, das Teilchen zu suchen. In unserem Fall heißt der Wissenschaftler Higgs, ist Schotte, und sein Teilchen nennt er aus nicht nachvollziehbaren Gründen "Boson", und suchen tut er das schon ne ganze Weile.

Also hat er sich mit ein paar Gleichgesinnten irgendwann zusammengesetzt und begonnen, Protonen gegeneinanderzubatschen, in der Hoffnung, dass da irgendwann das Teil bei rauskommt. Das haben die schon früher im CERN gemacht, haben allerdings gemerkt, dass "ihrer" zu klein ist und sie 'nen "Größeren" brauchen. Beschleunigerring. Männer wollen nämlich immer 'nen "Größeren" haben.

So, und DEN haben sie nun, sind glücklich und froh und gestern wurde der erste Protonenstrahl losgeschickt. Der war allerdings noch ganz langsam und diente nur dazu, den Ring (nein, BESCHLEUNIGERring, nicht DEN EINEN RING...) zu kalibrieren.



















Auch ein Ring, aber halt ganz ein anderer.


Im Oktober machen sie dann ernst. Dann wird ein Proton auf annähernd Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, in eine Richtung gehetzt, und ein anderes Proton in die andere Richtung. Die treffen sich dann in der Mitte, ähnlich zwei vollbesetzten Autos Sonntagsmorgen auf dem Weg von der Disko auf irgendeiner Landstraße in Mecklenburg-Vorpommern, und dann macht's "fizzz" und dann haben sie -hoffentlich- ihr Teilchen am Start.

UND AN DER STELLE, bei diesem "fizzz" könnte es passieren, dass unheimlich kleine, unheimlich massereiche und unheimliche fiese Dinge entstehen, die man gerne in Ermangelung eines treffenderen Terminus als "schwarzes Loch" bezeichnet. Und wenn die entstünden, was sie aber aller Wahrscheinlichkeit nach unterlassen werden, so wie es sich die Panikmacher ausmalen, weil sie zuviel Hollywoodschinken gucken, dann würden diese kleinen schwarzen Löcher anfangen, alle sie umgebende Materie aufzusaugen, ähnlich wie wenn der Jörch ein Weizen sieht. Schwupps, wech. Und wie der Jörch mit dem Weizen, würden die kleinen schwarzen Löcher zu großen schwarzen Löchern und würden immer mehr saugen und immer größer werden und am Ende würden sie erst die Erde schweizvoran, dann das Sonnensystem, und, wenn die Überstunden bezahlt werden, die ganze Galaxis aufsaugen.

Tja, und dann wär hier Ruhe im Objekt.

Dienstag, September 09, 2008

Esoterik oder warum ich nicht reich bin


Danke für die Einladung! Dann haste mich jetzt hier auch anner Backe! Und gleich als Willkommensgruß:

Beim Durchblättern eines Katalogs aus dem Themenbereich Esoterik bin ich auf folgendes gestoßen: Wasser-Energetisierung. Ob das auch mit Kaffee und Tee funktioniert?

Et tu, SPD?














"Von Putsch kann keine Rede sein. Ich trete dem entgegen, dass es so etwas gegeben hat."
(Peer Steinbrück)

"Sie können sicher sein, dass ich nichts, aber auch nichts dazu beigetragen habe, dass die Entscheidungen am Wochenende so gefallen sind."
(F.-W. Steinmeier)

In diesem Zusammenhang ist vielleicht dies interesssant:

Spiegel-Online vom 21.06.2008























Fundstelle

Spiegel-Online vom 09.09.2008
























Fundstelle

Montag, September 08, 2008

War ja klar, eigentlich!

Kein Bart.

Ordentlicher Scheitel.




Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass seit 33 kein Bartträger Kanzler wurde?

Wir sind Pabst!

















Weitere Songs des Albums sollen angeblich dem Da Leih-Lama und dem Ober-Muffin von Baghdad gewidmet sein.

Montag, September 01, 2008

Unsere Gurkentruppe...

Mit den Buben am Drücker, braucht uns nicht Bange sein!








Von links nach rechts:

Schabrackenkapitän zur Binnensee Hinnack Krause, Spitzname "Minesweeper".
Verpflichtete sich im Alter von 21 Jahren zu 100 Jahren Fregattendienst auf der "HMS Harndrang" und arbeitete sich dort in kürzester Zeit vom Kielholer zum Kaptiän dritter Klasse hoch. Seine Hobbies sind "beim Mensur üben immer richtig eingeschenkt bekommen" und Labskaus.

Kamerad ohne Rang Hartmut Fröhn, Spitzname "Eckfähnrich". Ging mit 16 schon zum Bund, weil die Schulpflicht endete. Als völlig begabungsfreier Jungbundling qualifizierte er sich nach mehreren Versuchen zum Abstandshalter auf Widerruf in der Bundespräsidialen Ehrengarde. In seiner Freizeit ist er ein zuverlässiger Schnitzeltester auf Staatsempfängen.

Private First Class Ulle Knöchling, Spitzname "Zuhälter". Wurde vor seiner Stammkneipe durch Werber der Bundeswehr geshanghait und verbrachte mehrere Jahre unfreiwillig als Botenjunge auf dem Bergepanzer "Heinrich Himmler" im Grenzgebiet zwischen Etsch und Belt. Wird aufgrund seiner listigen Physiognomie gerne mit Rudolf Scharping verwechselt und schlägt daraus Kapital.


Sondergefreiter für Aufklärung und Propaganda Torsten Torf, Spitzname "Unser Walter". Verpflichtete sich für 7 Jahre als Radarantennendreher beim Luftabwehrgeschwafel "Droste-Hülshof", wurde aber aufgrund seiner Qualitäten auf dem Gebiet des Witze-erzählens in die Propagandabteilung überstellt. Dort dient er seither als Witzbarometer und prüft Nachrichten aus Krisengebieten. Erst wenn er nicht mehr lacht, ist die Lage ernst (das Bild wurde nach Eintreffen der Nachricht vom Tod eines Kameraden aufgenommen).

Schach-Maat Erster Klasse Hauke Landunter, Spitzname "Perlweiß". Wurde im Alter von 6 Monaten vor der Berthold-Brecht-Kaserne in Wuppertal gefunden und vom Wachoffizier vom Dienst im Namen der Kompanie adoptiert. Wurde mit Beginn der Pubertät aus hygiensichen Gründen auf das U-Boot "Konrad Zuse" überstellt, wo er seither als Wasserstandsmelder Dienst tut. Seine Hobbies sind Buddelschiffe und aufmerksam Zuhören.

Mittwoch, August 27, 2008

Fleckvieh im Vertrieb

Als wäre Tanken in diesen Zeiten aufgrund einer bolschewistischen Preisgestaltung nicht eh schon ein Vorgang mit nur eingeschränktem Lustgewinn, nein die Jet-Tankstelle in Darmstadt setzt da noch einen drauf.

Sie steht hinter der Theke. An der Kasse. SIE. Das Dunkelbunte Fleckvieh im Direktvertrieb.

Allein "stehen" ist ein irreführender Begriff für das, was man als heroischen Versuch interpretieren könnte, nicht von den Auswirkungen eines ausgedehnten vorabendlichen Bummels mit Justin und Jaqueline durch die Pflaumen- und Apfelbaums, Kinky-Palaces und Chez Mandies der darmstädter Innenstadt unter die Tischplatte gezogen zu werden.

Dennoch, da steht sie nun und schaut mich an. Obwohl auch "schauen" diesem völlig perzeptionsneutralen Vorgang nicht gerecht wird. "Schauen" ist zielgerichtet. "Schauen" erfordert geistige Regheit, Hirn, Intellekt. Nichts davon ist diesem Wesen auch nur im Entferntesten bekannt oder immanent und ich muss mich korrigieren: Sie glotzt. Sie glotzt in meine ungefähre Richtung, als ich die Tankstelle betrete. Und das auch nicht, weil sie in mir einen Kunden, einen zahlenden Menschen, einen wenn auch nur geringen Teil eben jenes magisch-ökonomischen Balletts erkennt, an dessen Ende das herauskommt, was sie wohl als "ihr Gehalt" bezeichnen würde, wenn ihr das nötige Vokabular dafür zur Verfügung stünde. Nein, allein das Türgeräusch hat sie zur kurzfristigen Unterbrechung ihres frühmorgendlichen Wiederkäuens animiert, irgendwo zwischen Fluchtreflex und triebhafter Neugier.

Ich merke sofort: Ich als Person, als Mensch, als fühlend und zahlungswillig' Wesen bin hier völlig irrelevant. Würde ich mich auf der Stelle in ein blässlich nachglühendes Ammoniumwölkchen verwandeln, sie würde den Unterschied nicht mal bemerken. Doch noch bevor sich dieser -an sich traurige- Erkenntnisgewinn im Unterlassen einer freundlichen Begrüßung manifestiert, haben sich schon äonen-alte Erziehungsmuster Bahn gebrochen, und ein "Guten Morgen" entschlüpft mir ebenso schnell wie unkontrolliert, eine Salutatio Präkox, quasi. Unbeabsichtigt, und völlig unpassend.

Zu spät, ich habe mich als ihr unterlegen gezeigt und werde dementsprechend behandelt. Zunächst zeigt sich dieses "Behandeln" in der hunderprozentigen Abwesenheit jeglicher Be-Handlung. Meinen Weg von der Tür zur Kasse verfolgt sie mit amöbenhafter Teilnahmslosigkeit, mein Erreichen des Tisches quittiert sie nicht mal mit dem Fokusieren ihrer kuhbraunen Augen auf mich. Sie glotzt in animalisch-enthirnter Stupidität nicht nur an mir vorbei oder durch mich hindurch, sondern sie schafft es, trotz der groben Ausrichtung ihres Kopfes in meine Richtung, mich völlig und umfassend zu ignorieren. Ein kurzer Blick in die Reflektion des Fensters überzeugt mich davon, dass ich immer noch über eine gewisse materielle Dichte verfüge und sich das Licht an mir in der dem Erkennen förderlichen Art und Weise bricht, und dass ich nicht doch überraschenderweise durch eine fiese Strahlungseinwirkung unsichtbar geworden bin.

Regloses Verharren in ihrem Gesichtsfeld führt dazu, dass sie mich wahrnimmt. Widerwillig. Was sie da sieht, mag sie nicht. Offensichtlich.

Der Vorgang des Bezahlens mit EC-Karte ist ihr komplett nicht nachvollziehbar. Hat sie doch einen nicht unbeträchtlichen Teil ihres jungen, aber bis dato vollumfänglich sinnlosen Lebens, damit verbracht, den Vorgang des Bezahlens mit "Geld" zu verstehen, scheint ihr die Verwendung jenes kleinen Plastikscheibchens nur aus der Art von Filmen bekannt zu sein, in welcher Männer mit guten Anzügen, aber schlechten Dialogschreibern, damit Crack-Häufchen kleinhäckseln, um die Intranasalverkostung des feinen Stoffs nicht allzusehr in ein rhinolaryngologisches Massaker ausarten zu lassen. Dass man damit auch Rechnungen begleichen kann, ist für sie aber in etwa so verständlich wie die spezielle Relativitätstheorie oder Malen-Nach-Zahlen im Zahlenraum bis "2".

Die mentale Leistung der Verbindung der auf ihre völlig überlastete Kleinhirnrinde einstürmenden Bilder "Mensch mit EC-Karte" mit dem ihr nach mehrmonatigem Leckerlietraining beigebrachten Konzept der "Rechnungsbegleichung" bringt ihren Schädel zum Vibrieren. Infraschallbrummen durchdringt den Raum.

Doch plötzlich greift sie mechanisch nach der Karte. Sie erinnert sich, sie hat irgendwann mal gelernt, dass wenn diese seltsamen Leute bei ihr vor dem Tisch stehen, diese ihr kleine Dinge in die Hand geben, die sie dann in eine kleine Schublade zu den anderen kleinen Dingen legen muss. Manchmal muss sie auch andere kleine Dinge zurückgeben, aber nicht jetzt. Das freut sie.

Doch nun komme ich daher, und überfordere sie damit, indem ich mit diesem bunten Stück Plastik bezahlen will. Das darf sie nicht zu den anderen kleinen Dingen in die Schublade legen. Sie ist verwirrt. Nur ihre Berufs-Kittelschürze hindert sie daran, sich zu putzen.

Und deshalb glotzt sie mich an. Sie glotzt, wie ich es nur einmal je in meinem Leben zuvor gesehen habe, und zwar bei einer Fahrradtour, die mich in den schweizer Bergen durch eine Herde Kühe führte. Auch die haben geglotzt. Sie glotzt diese Art von Glotzen, bei welcher der Beglotzte zwangsläufig Gefahr läuft, in der intellektfreien Tiefe hinter der Iris, in diesem vernunftleeren Raum, dieser zerebralen Ödnis, zu versinken. Diese Art von Glotzen, die ähnlich dem Erfrierungstod ist: SCHLAF NICHT EIN, REDE MIT MIR, SONST IST ALLES VERLOREN, BLEIB BEI MIR, BOB!!!

Und nach einer gefühlten Ewigkeit, in welcher kleinere Gottheiten auf Erden erscheinen, Religionen gründen und wieder in Vergessenheit geraten können, feuert eine bis dato untätige und von allen ungeliebte Synapse einen schwächlichen aber ausreichenden Impuls in die schwelenden Rudimente des Erinnerungszentrums ihres an Unterforderung dahingeschiedenen Kleinhirns. Verschiedene Schalter und Relais rasten ein, stellen Verbindungen her und am Ende steht: Erkennen.

Sie sagt: "Achso, Sie wolle mid de Kaad bezahle?!?"

Sie äußert das in einem Tonfall, der aus 5 Prozent Überraschung , 50 Prozent Vorwurf und 45 Prozent dummdreister Impertinenz besteht, der in weniger aufgeklärten, fundamentalistischeren, ursprünglicheren, aber auf dem Gebiet der Frauenhaltung fortschrittlicheren Gesellschaften zur sofortigen Steinigung geführt hätte.

"Mid de Kaad".

Genau.

Sie ist ganz von allein draufgekommen.

Freitag, August 22, 2008

Glückwunsch!

Donnerstag, August 21, 2008

Invaders



Hierbei handelt es sich um die Kollektion auf freier Wildbahn selbst geschossener Invaders (ok, ok, den genfer Invader hat Sandra erlegt. danke dafür!) . Die stammen von einen Kerl aus Frankreich, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, im Rahmen künstlerischen Schaffens durch die Weltgeschichte zu fliegen und allüberall Invader-Mosaike an die Wände zu pappen.

Der Mensch braucht eine Aufgabe!

Niedlich, nich?

Montag, August 11, 2008

Man fragt sich schon...

... ist das Absicht?

Oder so...

Mittwoch, August 06, 2008

Krisenstäbchen

Der Preis für die dämlichste Schlagzeile des Tages geht heute ausnahmsweise mal an den SpOn:

ENTFÜHRUNG IN AFGHANISTAN

Krisenstab geht von kriminellen Motiven der Kidnapper aus


Die Vermutung der Experten des Krisenstabs, es handele sich um eine karitativ motivierte Entführung, musste letztlich doch korrigiert werden.

Dienstag, August 05, 2008

BYH: Nachlese (Teil 1)

Assi mit Niveau:























Kittelschürze of Death:























Und ich sach noch, "Terri", sach ich, "tu das nich!":




















Re-spect, Aldä!

No brain, no pain!

Freitag, August 01, 2008

Dresscode trocknen Hirn aus

Aus gegebenem Anlass hat mich die Frage umgetrieben, wie man sich denn nun als High Potential und zukünftige Vorstandsmolluske in diesen tropischen Zeiten im professionellen Umfelde gewandet.

Eine kurze Suche förderte diesen Treffer zutage. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Artikel von einem Herrn mit Schlips (respektive Kravatte) oder einer Dame mit hochgeschlossener Bluse geschrieben wurde. Ich zitiere (kursive Anmerkungen von mir):

Dresscode für das Büro im Sommer bei Hitze

Für Büros in denen Wert auf gepflegte Kleidung gelegt für diese gilt während der Sommermonate weiterhin ein strikter Dresscode auch wenn keine Klimaanlage installiert sein sollte.

Außerdem gilt bei hohen (und tropischen) Temperaturen die Regel des sogenannten Partizipienverzichts. Diese dürfen bei über 20 Grad weggelassen.

Für Herren gilt, dass Sandalen und kurze Ärmel nicht erlaubt sind. Auch das lockern der Kravatte oder Knöpfe am Hemd zu öffnen ist nicht gestattet.

Kravatte? Groß- und Kleinschreibung? Satzzeichen? Nicht bei diesem Wetter!

Bei tropischen Temperaturen und großer Hitze im Sommer ist das Ablegen des Jackets und der Kravatte gestattet.

Aber nur im Sommer. Und dann auch nur, wenn tropische Temperaturen und große Hitze gemeinsam auftreten. Bei überraschenden Hitzeperioden in Herbst oder Winter ist das Öffnen der Kravatte oder das Lockern der Knöpfe am Hemd nicht nur nicht verboten, sondern explizit erwünscht!

Für Frauen sind kurze Arme und Beine gestattet, jedoch sollten diese rasiert sein.

Logisch. Saisonal bedingte Kleinwüchsigkeit entbindet die modisch elegante Frau nicht von den grundlegenden Regeln der Hygiene und des gepflegten Auftritts!

Für beide Geschlechter gilt als oberstes, dass Schweizgeruch im Büro nicht geduldet ist und DEO und deodorieren auch Pflicht ist.

Der Artikel stammt offensichtlich aus Österreich. Ob dort mittlerweile der Ausspruch "Du stinkst wie ein Eidgenosse" Eingang in die Umgangssprache gefunden hat, bleibt noch herauszufinden.

Diese Dresscodes stammen von Uwe Fenner Leiter des anerkannten Instituts für Stil und Etikette.

Uwe Fenner ist ebenfalls Mitglied der "Arbeitsgemeinschaft Interpunktionsverzicht" und Mitarbeiter der Forschungsgruppe "Satzbau" des Instituts für angewandte Sprachdegeneration.

Was einzig zur Erkenntnis führt, dass ein Mitarbeiter in Shorts und Schlabbershirt aufgrund der damit einhergehenden positiveren Cerebralklimatisierung vielleicht doch ein größerer Nutzen für's Geschäft ist, als einer, bei dem aufgrund der hohen (und tropischen) Temperaturen (im Sommer) schon die irreversible Eiweißreduktion im Sprachzentrum angefangen hat.

Und falls mir mal wieder niemand glaubt: http://www.praktische-tipps.de/beruf/dresscode/58/dresscode-fuer-das-buero-im-sommer-bei-hitze.htm

Mittwoch, Juli 30, 2008

Spässle g'macht!

Wie nennt man 'nen Skin ohne Eier?



Oinuch!

Bruhaha... ich lieg unterm Tisch!

Dienstag, Juli 29, 2008

Ach ja... eins noch...

Wenn jemand eine Idee hat, was das hier bedeuten könnte



darf er mir das gerne mitteilen.

Oder sie.

Bilders vom Urlaub


Camargue. Ausgebleichte Flamingos. Laut Prospekt sollten die Viecher rosa sein. Waren sie aber nicht. Meine Beschwerden bei der Reiseleitung blieben ergebnislos.


Auch im weiteren Verlauf zeichnet sich die Camargue durch eine gewisse landschaftliche Schlichtheit aus. Prima zum Boule spielen.


Und natürlich stehen an jeder Ecke die berühmten Pferde der Camargue rum und belästigen die Touristen. "Haste mal'n Euro?" ist der übliche, wenn auch wenig einfallsreiche Spruch. Begleitet von einem dämlichen Grinsen und üblem Mundgeruch. Fast wie in Berlin auf'm Alexanderplatz.


Weniger berühmt, aber wesentlich niedlicher sind die Wasserratten der Camargue. Riesige meerschweinartige Nager mit einem extrem sympathischen Naturell.


Unergründlich ist die Rolle, die Stiere in der Kultur der Camargue spielen. Sprachabhängig manifestieren sie sich entweder überraschend, demonstrieren, oder lungern einfach nur so auf der Straße rum. Und warum die Stadtverwaltung von Saintes-Maries sich die Mühe gemacht hat, extra für das Schild ein "ß" zu kaufen, bleibt ein Rätsel.




Und natürlich Sonnenuntergänge. Sonnenuntergänge hat's dort wie dumm. Jeden Abend Sonnenuntergang. Manchmal zupft ein freundlicher Einheimischer die Okarina dazu, meistens findet das ganze aber geräuscharm statt.

Dienstag, Juni 10, 2008

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte



Entstanden anlässlich des n. Rock Am Ring Festivals 2008.

Mittwoch, Mai 21, 2008

Mittwoch, April 30, 2008

Wortwitz komm raus, du bist umzingelt!






Trotzdem: Die Vorstellung, wie Präsidentschaftskandidat in spe und Seelsorger gemeinsam kotzen, hat was.


Mittwoch, April 23, 2008

Zum Tag des (deutschen) Bieres:




Bemerkenswert. Über die Maßen bemerkenswert!

Dienstag, April 22, 2008

Spam spam spam spametty spam

Ich hab mich schon an Einiges gewöhnen dürfen.

Tagtäglich bekomme ich mehr oder weniger unzüchtige aber eindeutige Angebote nicht näher genannter aber umso paarungswilliger, explizit versauter und über die Maßen attraktiver junger Menschen weiblichen Geschlechts.

Gelegentlich muss ich meine mir angeborene Philantropie zurückpfeien, weil es mir schon rein zeitlich nicht möglich ist, jedem ugandischen Angehörigen eines von politischer Verfolgung heimgesuchten dunkelblaublütigen, vom Exil bedrohten Adelsgeschlechts die Überführung seines nicht unbeträchtlichen Vermögens nach Liechtenstein zu ermöglichen, um mir dann als Zeichen zutiefst empfundenen Dankes einen kleinen Obulus meist im 6-stelligen Eurobereich aufs eigene Konto zu transferieren.

Richtig zusammenreissen muss ich mich, wenn mir der verrückte Joe aus Nova-Dorkshire versichert, er wüsste nicht genau, warum er das tut, was er tut, aber er müsse mir nun zwingend und umgehend einen Scheck schicken.

Alles was ich jeweils dafür tun müsste, um in den Genuss des entweder wilden Beischlafs, der 6-stelligen Belohnung oder auch des schicken Schecks zu kommen, ist: Auf den Link klicken.

Ich habs noch nicht gemacht.

Noch nicht.

Weil, irgendwas in meinem tiefsten Inneren sagt mir, dass das alles so garnicht wahr ist. Ich vermute stark, und mit dieser Einschätzung bin ich nicht allein, dass nicht nur die in Aussicht gestellten tollen Dinge nicht geschehen werden (Poppen, Kohle, Scheck), sondern dass vielmehr der Link etwas in meinem Rechner aktiviert, was ihn entweder dazu veranlasst, den Kathodenstrahl meines Flachbildmonitors auf ein Pixel zu konzentrieren und somit den Hertzinfarkt auszulösen, oder aber dass sich der Schreiblesekopf meiner Festplatte in eben selbige verbeisst.

Alles keine Option!

Aber bei der Mail hier bin ich mir nicht mehr sicher, ob meine Furcht gegenüber dem Versprochenen noch gerechtfertigt ist. Immerhin: Autofahren mit Wasser! Das sollte einem schon ein gewisses Risiko wert sein.


"Convert Your Car/Truck to BURN WATER as well as Gasoline--Double Your Mileage!

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Ich fang gleich an mich zu putzen!

Spenden und gleichzeitiger finanzieller Engpass?

Kein Problem. Ich umgehe den Engpass durch Nutzung meines eigenen Kapitals!

Donnerstag, April 17, 2008

Pomme d'Amour

Sogenanntes Valentinstag-Gemüse:



















Im übrigen aber ist es schon erstaunlich, wieviele meist sehr ähnliche Bilder man im Internet findet, wenn man nach "potatoe heart" oder (neu-Englisch) nach "Kartoffelherz" bildergoogelt.

Man verzeihe mir meinen Mangel an Originalität an dieser Stelle.

Aber dieses ist eben meins!

Montag, April 07, 2008



Post wie von Wagner



__________________________________________________

Lieber Blut-Knut,

du warst unser Liebling, wir verfolgten deine ersten tapsigen Schritte die wo du tatest, bangten um dich, als böse Menschen dir mit dem Tod drohten. Du warst so gut, so rein, so unbescholten, artig und brav.

Wie konnte es passieren, dass du uns nun so enttäuschst? Klar, du wurdest von einem Ossi erzogen und wir wissen, dass bei denen der Respekt vorm Leben wegen der schlimmen Zeit unter der LSD nicht so ausgeprägt ist wie bei uns in der Zivilisation. Aber musstest du deshalb gleich zum Fleischfresser werden? Da wo ich damals aufgewachsen bin, haben wir den ganzen Tag auch nur Salat und Wurst gegessen, aber niemals Fleisch. Meine Eltern haben mir beigebracht, Fleisch nicht zu mögen, weil dafür Tiere sterben müssen. Und du Blut-Knut, du bist doch auch ein Tier. Wieso magst du dann deine Mit-Tiere nicht? Wie konntest du nur so grausam werden? Wie konntest du 10 unschuldige Karpfenleben nehmen, ohne Reue, ohne Scham, einfach so zum Vergnügen?

Noch sagt PETA "Lieber nackt, als Pelz", aber bald werden sie hinzufügen "...außer der von Knut!". Und das ist dann auch gut so.

Blut-Knut, wegen Dir hätten wir beinahe auf's Autofahren verzichtet, um deine Verwandten bei den Pinguinen zu beschützen, damit denen nicht das Eis unter den Tatzen wegtaut. Nun müssen wir nochmal drüber nachdenken. Vielleicht ist eine Welt ohne Tiere wie dich eine Bessere.

Dämlichst
Dein F.DJ. Wagner

Sonntag, April 06, 2008

Schuss jetzt!

From his now dead, cold hands!

C. Heston hat endlich die Flinte ins Korn geschmissen.

Zeit wurd's!
























Liebe/r/s "Anonym":
Zunächst einmal recht herzlichen Dank für Deinen Mut zur Offenheit. Eine Meinung äußert sich immer angenehmer aus sicherer Deckung.

Anyway: Nein, "gestört" hat er mich nicht "persönlich". Genausowenig wie mich George Bush oder die chinesische KP "persönlich stören". Aber es gibt meiner Meinung nach einfach Leute, die durch ihre Abwesenheit auf diesem Planeten mehr zu einem gedeihlichen Miteinander der Menschen beitragen, als durch ihre Anwesenheit. Und jener hier war einer davon.

Montag, März 31, 2008

Freitag, März 28, 2008

Mauss Kraffei

Morgens auf dem Weg zur Arbeit hör ich gern HR-Info. Weil ich ein Intellektueller bin. Und weil ich es um diese Uhrzeit nicht ertragen kann, wenn mir ein in seiner Sozialisation schwer gestörtes US-amerikanisches Blödchen was vorsingt von wegen Hoppla, Sie hätte es schon wieder getan.

Aber das nur am Rande.

Um 7.00 kam dann die Nachricht, dass das Transrapid-Projekt zwischen München und dem Schöfferhofer Moos nun entgültig magnetentschwebt sei. Die Nachrichtensprecherin meinte im Nachsatz auch, dass "ThyppenKruss aber deswegen keine Stellen streichen werde".

Das war lustig.

Im Nachhinhein hab ich mir aber Gedanken darüber gemacht, wie solch ein Versprecher zustande kommt. War es wirklich nur ein Versprecher? Sowas kann ja passieren. Das ist durchaus an der Tagesordnung. Oder kann es einen anderen Grund dafür geben?

Ich hab mir da Folgendes ausgedacht: Kann es nicht sein, dass sich die Nachrichtensprecher und deren Redakteure solche Sachen einfallen lassen, es mithin absichtlich machen? Vielleicht im Rahmen irgendwelcher Mutproben, um die redaktionsinterne Hackordnung auszuklamüsern? Ähnlich Schülern, die sich gegenseitig anspornen, dem Lehrer (früher:) eine Reisszwecke oder (heute:) ein HIV-infiziertes Spritzbesteck auf den Stuhl zu legen? "Traust du dich ja eh nich!" wird dann gestichelt! Oder "Wenn du DAS machst, bekommst von mir'n Eis!".

Also ich könnt mir das vorstellen.

Neuer Trendsport:

Extrem-Im-Stehen-Einschlafing



Mittwoch, März 12, 2008

In Memoriam Bastian Sick! Du hast es wenigstens versucht....


Da ist er wieder. Die Kakerlake unter den Satzzeichen, der Spaltpilz der Interpunktion, der Pickel am Arsch der Grammatik: Der Deppenapostroph.

Pestizidresistenter als Ghettoratten und von der ästhetischen Anmutung eines ostdeutschen Plattenbauskins gedeiht dieser Aussatz im Gesicht des geschriebenen Wortes überall dort, wo er von einer tumben aber aggressiv-hirnfreien Marketingschar umhegt, gedüngt und mit der Verachtung für Rechtschreibung und Orthographie im Allgemeinen und einer pathologischen Abneigung gegen die korrekte Pluralbildung im Besonderen kultiviert wird. Er wird erst dann seinen Vernichtzungsfeldzug beenden, wenn das arme und genetisch wohl unterlegene Plural-S letztlich aufgibt und den ihm vom grausamen Schicksal zugedachten Platz im Schatten des mächtigen Deppenapostroph's (jahaaa! Stimmt der nun, oder etwa nicht?) am Ende eines Wortes ohne Ansehung seines Falles einnimmt und vom Wortstamme getrennt einsam aber von allen verlacht verreckt.

Warum es das tut?

Das weiß keine'r!