Dienstag, Mai 28, 2013

Katzen

Unlängst bekam ich Gelegenheit zwei befreundete Katzen sitten zu dürfen. Das ist natürlich blanker Unfug, da Katzen zu freundschaftlichen Emotionen nicht fähig sind. Nicht, weil das einen unzulässigen Antopomorphismus darstellte, sondern weil Katzen, und davon kann man ausgehen, den Menschen hassen und verachten und ihn nur deswegen in ihrer Nähe dulden, weil es einfach einfacher ist, als Kleinnager zu jagen.

Unglücklicherweise zieht die Katze aber, wohl aufgrund ihrer gefälligen Proportion und ihres nicht unbeträchtlichen Niedlichkeitsfaktors der nur von jungen Eulen und spielenden Babyeisbären überboten wird, den Menschen in ihren Bann. Was ungewöhnlich ist, da die Katze eben jene Niedlichkeit aus der Tatsache bezieht, dass sie a) ungeschickt ist wie Lieutenant der Spezialeinheit Frank Drebin und darüber hinaus, also b), dumm ist wie eine Tüte trockener Torf. Kurz, es ist ein Rätsel, wie es diese Tiere geschafft haben, dem Hunde gegenüber als beliebten Hausgenossen zumindest ebenbürtig rezipiert zu werden, und weiterhin als die gemeinhin intelligentere, weil vermeintlich unabhängigere Art zu gelten.

Ich vermute dahinter lediglich weibliches Wunschdenken und ebenso weibliche Schutzbehauptungen.

Und das hat historische Gründe.

Die allgemein bekannte Geschichte der Katze ist schnell zusammengefasst: Um die riesigen Kornspeicher der ägyptischen Armee vor unerwünschten Rattenbefall zu schützen erfand Königen Kleopatra die Katze, um dem Nagerbefall ein für alle Mal Herr zu werden. Die Katzen scheiterten auf ganzer Linie, erschlichen sich aber trotz erwiesener exterminatorischer Inkompetenz Zugang zuerst zum Herzen und danach zur Wohnung des Menschen. Somit wurde quasi nebenbei auch der Spruch erfunden, etwas "sei für die Katz" als Ausdruck optimierter Sinnlosigkeit.

Die Katze begann dann, die Jahrhunderte und Jahrtausende beschützt und ernährt vom Menschen, schmarotzend und gewöllewürgend zu überstehen und konfrontiert den heutigen zivilisierten Menschen immer noch mit dieser Mischung aus Anteilnahme erzwingender Dummheit und nachgerade homeresker Unfähigkeit, auch nur den kleinsten Trick zu erlernen. Ergebnis all dessen ist, wie bereits erwähnt, die allgemeine Wahrnehmung jener felinen Vollpfosten als "unabhängig" und - ein Treppenwitz der Haustiergeschichte - "mystisch".

Der Hund, um das kurz einzuwerfen, hat sich dem Menschen unterworfen, zeigte sich lernwillig und -fähig, beschützt Heim, Hof, Kind und Rind, ist folgsam, friedlich und treu und erwarb sich deshalb auch aufgrund vieler weiterer postiver Eigenschaften den umumstößlich unvermeidlichen Ruf, ein behaarter Trottel ohne Rückgrat und Verstand zu sein. Geht's noch ungerechter? Wohl kaum!

Hier sehen wir übrigens im diffusen Vordergrund Rambo. Selten war ein Name unpassender für ein schon ans karikaturhafte grenzende, ebenso dummes wie filigranes Geschöpf, welches auch nicht den Hauch einer aggressiven Ader oder die Fähigkeit sich durch koordinierte Handlung von der Qualle oder der Seegurke zu unterscheiden, besitzt.

Ich habe mich sofort in ihn verliebt. Ich erwog kurzfristig die Möglichkeit, ihn mitzunehmen und der Eigentümerin gegenüber zu behaupten, er sei katzentypisch durchs unvorsichtigerweise geöffnete Fenster entflogen. Aber da hätte mich KAMI (Kami - Katze, einer der ältesten namensbezogenen Katzenwitze überhaupt; es gibt ägyptische Kartuschen, die in Katzengräbern gefunden wurden, die eben diese Vermutung nahelegen) verraten.

Kami ist eine dickliche Diva von ca. 20 Kilo Kampfgewicht und etwas erweiterteter Intelligenz, aber ausgestattet mit der Grazie eines nassen Sacks Zement. Wenn Kami hüpft und landet, melden die Seismographen am Vesuv in Italien einen Ausbruch und die Atommächte der Welt gehen auf DefCon 2. Darüber hinaus hasst sie mich, weil ich Rambo mag, und das mag sie nicht, weil das einfach nicht sein darf.

Ich bin mir dessen sicher, weil sie mich gehauen hat. Sie durfte das nicht, weil, wie mir die Eigentümerin versichert hat, sie es ihr (also die Eigentümerin der Katze) ausdrücklich und strenge verboten hat. Aber offenbar erstreckt sich die so fälschlicherweise aber konsistent propagierte Unabhängigkeit der Hauskatze darauf, auf Verbote jeglicher Art zu scheißen.



Samstag, April 20, 2013

Neueste letzte Meldung aus Karlskrona (Schweden)

Funnet burst fett tyska

Gestern Abend um 17.14 Ortszeit wurde ein bis heute unidentifizierter fetter Deutscher geplatzt in seinem Hotelzimmer in Karlskrona aufgefunden. Der als größtenteils unauffällig geltende Gast litt nach Aussage einer Hotelangestellten unter zwanghaftem Nahrungsmittelkonsum, nachdem er sich vermutlich vorsätzlich des Rauchen abgewöhnt hatte.

Die Ursache für seine spontane Autodetonation vermuten die gerufenenen untersuchenden Ärzte darin, dass der schwerstadipöse 43 jährige Mann zunächst unter seinem eigenen Gewicht zusammengebrochen ist und die dabei entstandene Reibungshitze führte dann zur Entzündung des Fettgewebes, welche letztlich eine Explosion des gesamten Körpers zur Folge hatte. Brandsachverständige, Sonderermittler des Kriegswaffenräumkommandos sowie Sprengstoffexperten der Navy Seals sind in die Untersuchung des genauen Hergangs involviert. Mit Ergebnissen rechnet die leitende karlskronaer Sonderkommission für "Ziemlich eigenthümliche Arten den Löffel zu reichen" allerdings nicht vor Ende des Jahres. Allein das Freischaufeln des Zimmers werde mehrere Monate in Anspruch nehmen, war vom leitenden Beamten zu erfahren.

Ein Augenzeuge äußerte weiterhin: "Es  sah aus, als hätte jemand Flipper mit TNT gefüttert und ihn dann an Moby Dick verfüttert und anschließend gezündet. Alles war voller Fettfetzen. Ich werde nie wieder schlafen oder essen. Bitte schießen sie mir in die Augen!".

Darüber hinaus wird der Vorfall ein diplomatisches Nachspiel haben und die bislang auf freundlicher Ignoranz basierenden deutsch-schwedischen Beziehungen auf Jahre hinaus schwer belasten. Wie ein Sprecher der schwedischen Regierung erklärte, werde das schwedische Königshaus Schadensersatzforderungen gegenüber dem deutschen Staat geltend machen sowie Klage vor dem europäischen Gewichtshof für Walfälschung erheben.

Freitag, April 19, 2013

Eine kleine Zoologie der Tierchen, die in meiner Bauchfalte leben und ihr Mondkalender

Oder: Wie ich mir das Rauchen abgewöhnte und mit den Folgen zurechtkommen musste

Die berufliche Verbannung an den äußeren zivilisatorischen Ring unseres Kontinents hat nicht nur Vor- oder Nachteile. Nein, die mir durch die spezielle schwedische Neigung zur freizeitlichen Zurückhaltung auferlegte Passivität nach Büroschluss hat auch ihr Gutes. So kam mir im Rahmen einer nachsamstäglichen Metabolismusneuorientierung der Gedanke, "Jörch," dacht ich mir, "Jörch, lass das mal mit dem Rauchen sein, weil das sieht nich aus!".

Und so ließ ich das mit dem Rauchen sein.

Seit nun 6 Tagen bin ich fertig mit der Sucht nach Nikotin, doch langsam reift in mir die Erkenntnis, dass ich sie nicht eigentlich "los" bin, sondern sie vielmehr eingetauscht habe. Und zwar gegen eine der ganz großen, die Finalistin im Casting der besten Süchte, eine der Todsünden: Völlerei.

Weniger poetisch: Ich fresse. Den ganzen Tag. Alles was da ist. Kekse, Brot, Fleisch, Sushi, Thai-Buffet für 85 Kronen, Äpfel, Birnen, Bananen, Schokolade und diese lustigen Bobbelchen, die sie hier Kötbuller nennen. Ich fresse. Und wenn ich mich nicht wie eine hysterische Wasseramsel auf Christal Meth den ganzen Tag bewege, bin ich Ende Mai fett. Ein...

... Traum verfolgt mich.

Ich gehe durch die Fußgängerzone. Ich gehe nicht eigentlich, nein, ich wanke mit diesem den Dicken eigentümlichen Schritt voran, mehr ein kontrolliertes Hinfallen, immer kurz vor dem Punkt, ab dem sich die unkontrollierte Masse gen Erdkern bewegt. Aber immer nur kurz davor. Ich bin wirklich dick und meine spät-Marlon-Brando-artige Fülle verdunkelt die Sonne. Ich laufe zu meinem Lieblingsimbiss. Dort gibts "ganser Döner", das heißt, der gesamte Rollspieß wird von Ügür in ein großes Fladenbrot gepackt und als "Kebab Komatose" mit alles und biske sarf für nur 29,99 verkauft. In meinem 3. Monat als Nichtraucher esse ich nun täglich 2 mal dort. Abends gönne ich mir gerne dann ein etwas umfangreicheres Mahl.

Auf dem Rückweg in meine Wohnung läuft eine Frau mit ihrem Dekomops an mir vorbei. Der kleine Kerl ist mir in Körperform und Kurzatmigkeit sehr ähnlich. Doch in schierer Masse übertreffe ich ihn um ein Vielfaches. Und bevor ich es mich versehe greift das Gesetz der Masseanziehung ein, er verfängt sich in meinem Schwerefeld, wird langsam in die Luft gehoben, die Leine spannt sich, reisst schließlich und in einer flacher werdenden und irgendwie friedlichen eliptischen Kreisbahn tritt der Mops in den Orbit um meinen Äquator ein. Die Besitzerin des degenerierten Kaninen bekommt davon nichts mit, da sie sich gerade beim Laufen auf ihrem iPhone5 die letzte Folge von "Paris Hilton pinkelt ein Loch in den Schnee - Die komplette Dokumentation in 12 Teilen" anschaut.

Der Mops ist nun ein Teil meiner Welt, genauso, wie der Mond ein Teil der unseren ist. Er erscheint friedlich, fast ein wenig erleichtert. Hechelnd und Lächelnd umkreist er mich stoisch, verfolgt nur von einer kleinen Fettwelle, die wiederum seiner Schwerkraft folgend um meine Hüften wandert.

Es wird hell in dem Tal, welches eine meiner vielen, mittlerweile mächtigen Bauchfalten wirft. Die kleine doch gottesfürchtig lebende Familie hautschuppenfressender Exoparasiten erwacht. Papaparasit steht mit seinem Ältesten auf der Veranda der erst unlängst von ihnen mit befreundeten und benachbarten Parasiten erbauten Vollhaarhütte. Ein Ereignis, welches die weit über die unübersichtlichen hügeligen Einöden meiner Wampe verstreuten Parasitenfamilien immer wieder zusammenführt und sie zu einer fast sektenartigen Gemeinschaft zusammenschweißt. Vater Parasit nickt wissend in Richtung des morgendlichen Himmels an dessen Horizont gerade der Mops im -aus ihrer Perspektive- Untergehen begriffen ist. "Siehst Du, Paul, morgen haben wir Vollmops. Eine gute Zeit, die Schuppen in den Schuppen zu bringen!". Paul nickt und fragt sich, wohin der Mops geht, wenn er hinterm Horizont verschwindet, ob es andere Parasiten auf dem Mops gibt oder ob die Parasiten irgendwann mal zum Mops fliegen können. Nach der Schule wird er sich "Was ist Was - Der Mops" in der Faltenbücherei ausleihen und alles nachlesen. Paul ist ein intelligenter kleiner Parasit.

Meine übliche 4-Uhr-Morgens-Fressattacke weckt mich und lässt mich mit dem Ausruf "Knoblauchsoße extra bitte Ügür!" hochschrecken.

Kein Mops kreist um mich, aber von irgendwoher aus der meiner näheren Umgebung, ohne es genau orten zu können, höre ich Geräusche. Geräusche die mich entfernt an Landwirtschaft erinnern. Ich muss aus irgendwelchen Gründen an "Erntezeit" denken. Mein Bauch juckt. Ich  kratze mich an der Wampe und muss mir irgenwas aufgeschubbert haben, ich habe Blut am Finger. Weint hier irgendjemand?

Paul kam heute nicht zur Bücherei...


Svenske tuta inte.

Oder: Der Schwede hupt nicht.

Schweden sind so, wie sich Spanier die Deutschen vorstellen. Dazu gehört eine nachgarade aufdringliche Zurückhaltung, die der Schwede überall im Alltag demonstrativ bescheiden zur Schau trägt. Der Schwede flucht nicht, er redet nicht laut, er bewegt sich gemessen aber der Situation entpsrechend, er spuckt nicht und: Er hupt nicht.

Ich habe jetzt in über anderthalb Monaten in Schweden noch nicht einmal eine  Hupe auf der Straße gehört. Werden Volvos und Saabs überhaupt mit Hupen ausgeliefert? Oder nur die, die für den Export bestimmt sind?

Was macht der Schwede, wenn er andere Schweden im Straßenverkehr warnen will? Guckt er dann "eindringlich"? Haben seine fellow co-Schweden aufgrund jahrmillionenlanger Hupenabstinenz ein neues, uns Zentraleuropäern bisher unbekanntes Gefahrenerkennungsorgang entwickelt? Warum sterben dann nich übermäßig viele Ausländer im schwedischen Straßenverkehr, die über dieses mysteriöse Organ nicht verfügen? Oder ist der schwedische Straßenverkehr so dermaßen lahmarschig, dass die schlimmste Verletzung, die man sich zuziehen kann, die ist, dass einem der große Zeh einschläft, weil mal wieder ein 740er GL den ganzen Samstag Abend drauf parkt?

Ich habs noch nicht rausgefunden.

Ich würde aber gern mal als normal-sozialisierter, deutsch-städtischer Großraumbewohner hier Auto fahren. Am besten mit dem eigenen, um auch sicher gehen zu können, adäquates Gehörn am Start zu haben. Wie reagiert der Schwede, wenn er von einem mit ausländischem Kennzeichen beschilderten Verkehrsteilnehmer phonal zur Ordnung gerufen wird, wie es bei uns Gang und Gäbe ist? Wahrscheinlich Schweden-typisch. Er fährt bestimmt sofort rechts ran, macht Platz und den Warnblinker an, ruft prophylaktisch den Notarzt, die Polizei und die Küstenwache sowie den Elchwiederbelebungsnotdienst, weil er sich nicht vorstellen kann, dass irgendwer aus reiner Aggression heraus gehupt hat.

Nicht umsonst gibt es keine schwedischen Formel-1-Weltmeister.


Donnerstag, April 04, 2013

Ölpest - 6. Teil

Punk Ipa - Post Modern Classic Pale Ale



Intro

Ein Flaschenbier, das es was die Etikettenaussage betrifft an Widersprüchlichkeit mit neueren David Lynch Filmen aufnehmen kann. Wer bitte ist Ipa? Warum ist er Punk? Und warum nennt er sich dann so dämlich? "Hallo das ist Popper Paul!" - "Angenehm, Punk Ipa!" - "Angenehm!".

Ja wohl eher nich.

Und wie ist "Post Modern" und "Classic" miteinander zu vereinen? Vor allem in Hinblick auf das Thema "Bier"? Was kommt als nächstes? "Hippster Knut - Prä-Bauhaus Retro Export"? Ich wills garnich wissen. Immer wenn ich so eine Idee hab und mich darob der Übertreibung schelte, komm ich meist am nächsten Tag an einem Laden vorbei wo's dann genau das gibt.

Auf dem Laufsteg

Ein Flaschenbier trinkt man aus der Flasche. Dreimal wenn da "Punk" draufsteht. Schomma n Punk mit Biertulpe in der Hand gesehen? Höchstens wenn er reinpinkelt, sie abgebrochen ist und er jemanden mit den Scherben bedroht oder in den frühen 70ern bei Modeshootings mit Karl Lagerfeld, das waren dann aber keine Punks sondern Theateragenten im Stil der Zeit, die zählen nicht.

Ich schweife ab.

Flaschenbier. Blauweiß bedruckt. Unspektakulär. Punkig kontrovers. Etwas zu gewollt. Damit punk-tet es nicht! (Ich hau manchmal Dinger raus, unglaublich!)

Innere Werte

5,6 für Schwangere nicht geeignete Prozent und Recyclebar machen Lust auf mehr. Mit dem Feuerzeug den Kronkorken vom schlanken Hals geploppt und mit Kifferdurst angesetzt, das zischt und drischt ob der drogeninduzierten Fehlagilität die Brücke vom Schneidegewaff und rein in de Kopp die Plörre. Doch halt! Was ist das? Gewürzrabbiner? Sauvignon Rosé? Ein Heuriger? Nein, ganz eindeutig ein Südfranzose. Blanc. Ein Chateau De La Migraine, doux, 1969. Exzellenter Jahrgang.

Kurz, die Brühe schmeckt wie süße Weinschorle mit nem Extraschuss Diätsüßemittel und respieriert übelst korkend am Schlund vorbei und durch die Nase hinaus. Der Initiationsrülpser kommt auf Französisch  ("le burpe") und ich fühle mich als hätt ich beim Oenanieren das Ausspucken vergessen. Mit anderen Worten: Die Schnittmenge zwischen Punk Ipa und "Bier" ist weitestgehend leer. Das soll nicht heißen, dass es schlecht schmeckt. Nur eben nicht wie Bier. Salat ist ja auch nicht per se schlecht, hat aber nix mit Nahrung zu tun.

Mehrere Validierungsschlucke später bin ich immer noch verwirrt. Der apperetifweinige Gesamteindruck will nicht schwinden und mich überkommt die Lust auf französischen Käse und Weißbrot sowie der Drang, mir eine Selbstgedrehte in den Mundwinkel zu kleistern. Je suis désiorienté ... DA! DAS IST EINE ALS BIER GETARNTE FRANZOSENMILCH UND SONST NIX! Was das jetzt mit Punk zu tun haben soll, weiß ich nicht. Vielleicht mögen die hier keine Punks und wollen sie durch Biervorenthaltung züchtigen. Versteh einer die Schweden. Nicht, dass es hier viele Punks gäbe... Aber halt, vielleicht ist das ja gerade der Beweis für die Wirksamkeit der Methode?

Clever, Sven, sehr clever!

Die Frage der Drehzahleffizienz stellt sich somit nicht. Als Bier ungeeignet trinkt man Punk Ipa eh nur zu Käse, Froschfüßen und Schnecken a la Choucroute und somit nicht mehr als eine Flasche pro Gang und Punk und das reicht einfach nicht. Schad is' nich.

Fazit

Thema verfehlt! Setzen! Sechs! Oder wie meine Französischlehrerin -Gott soll sie selig haben - Madame Kronenberger, meist in Zusammenhang mit meinen Arbeiten zu sagen pflegte: C'est tout? C'est peu! C'est null!

Dienstag, April 02, 2013

Ölpest - 5. Teil

Mariestads - Old Ox
Export



Intro

Die Haltungsnote kann heute wegen Direktverkostung nicht vergeben werden. Zum einen, weil Exports tulpenunwürdig sind und zum anderen, weil die Tulpe gerade geputzt wird. Sei's drum, die Dose ist nüchtern mattgold gehalten und ohne Bilder. Das lenkt nicht ab und richtet das Augenmerk auf beachtliche 6,9% Heiterkeit. Nu denn...

Auf dem Laufsteg

Entfällt

Innere Werte

Rüsselt man in die geöffnete Dose kommts wie's kommen muss und das ist nicht lustig. Erinnerungen an meine frühkindliche Trinkerschulung werden wach. Seichtes Tröpfelbier und sonntagmorgendliche Großmarktstubenbesuche, Missile Command im Hinterzimmer und Papi macht Geschäfte mit einem Mann namens Toni. Und die Erinnerung trügt nicht. Geschmacklicher Erstkontakt ist frei von allem: Überraschung, Frische, Nachhaltigkeit und, last but not least, Geschmack. Ein Export ist ein Export ist ein Export... Exportbier wurde erfunden, als dem Brauer nichts mehr einfiel und die Zugabe von Fruchtsaft ins Hopfengetränk noch mit Zungenschaben und anschließender Hodenabklemmung bestraft wurde. Export ist per definitionem langweilig, öd, fad und mopsig und sollte deshalb am besten von Menschen in einem anderen Land getrunken werden. Die haben das gemacht und rächten sich spornstreichs durch den ihrerseitigen Export ihres langweiligsten Biers. Somit wurde das Export zur internationalen Kulturkonstanten und definiert allüberall auf der Welt die geschmackliche Null-Linie wenn's um Bier geht. Die Amerikaner versuchen von diesem Umstand durch die verwirrende Bezeichnung als "Lager" abzulenken (der Name rührt daher, dass das Zeug auch bei den nicht unbedingt als Korifäen in Geschmacksfragen geltenden Neuweltbewohnern ebenfalls wie geschnitten Blei in den Lagern liegt und erst dann verkauft werden kann, wenn man ihm den Titel "Classic" anpappt und mehrere Milliarden in aufwändige Werbekampagnen steckt).

Das alte Ochsenbier schmeckt somit weniger aufregend als die Namensgebung vermuten lässt, was in Hinblick auf "Ochse" und die damit einhergehenden Assoziationen mit dem, was solch ein Tier an ähnlichfarbener Flüssigkeit absondert, eher von Vorteil ist, aber die Plörre noch lange nicht zum Brüller macht.

Immerhin, 6,9% und der freundlich aufgedruckte Hinweis, bitte nicht besoffen wie zehn Russen auf Landgang Auto zu fahren, machen es zur perfekten Dreingabe in, sammerma, Cola, Sprite oder einen gut gekühlten 69er Cabernet Chauvignon. Schirmchen und Eiswürfel dazu und dann geht das.

Fazit

Wer Wasser als zu verstörend empfindet aber dennoch nicht auf einen gepflegten Vollrausch nach Kassenschluss verzichten will, ist bei Mariestads Old Ox gut aufgehoben. Mangels irgendwelcher Aromen riecht man auch nicht so schlimm aus dem Hals. Das macht es zum perfektef Alkoholikeranfängerbier... wenn man noch was zu verbergen hat.

Ronneby

Ronneby liegt ca. 20 Kilometer ost-westlich von Karlskrona.

Verfügt aber nur über eine Sehenswürdigkeit: Die Kirche.

Diese ist so alt, dass die Freskenschrift noch Dänisch ist.

Die restliche Architektur ist aber mittlerweile per Dekret von allen Danismen befreit.

Grafitti kann Jahrhunderte überdauern, wenn man es direkt auf den feuchten Kalk appliziert.

Auch Schweden vetrauen schon seit Jahrhunderten: Fischer Dübel (TM)

Wer zahlt wird gemalt.

Rentner werden vor dem Kirchgang auf versteckte Pinsel und Farbe durchsucht.

Wenigen bekannt: Der Textmarker ist eine schwedische Erfindung aus Ronneby!

Ken wohnt hier nicht mehr.

Einige Häuser

Das am meisten an einer Ecke errichtete Haus Schwedens.

Noch einige Häuser mehr.


Es ist immer noch kalt. Sehr kalt.

Ronneby besteht neben Gebäuden hauptsächlich aus Häusern.

Selten und erfreulich: Ein unverbastelter 2009er Volvo Grand Tourismo Kombi.

Fahrräder abstellen verboten

1600er VW Variant des lokalen Tattootypen

Sonntag, März 31, 2013

Ölpest - 4. Teil

Electric Nurse - Easter Ale
Hoppy Amber Ale

Intro

Aus der Flasche und dunkel plus an die Zielgruppe unter 49 anbiedernde Namensgebung inklusive 4,4 Prozent, so kommt das lokale Osterbier daher. Und wem "Osterbier" seltsam vorkommt, der halte sich bitte die mangelnde Verbindung zwischen Würzgebäck und Erlösergeburt vor Augen. Also: Fresse davorne!

Auf  dem Laufsteg



Schaumwillig und braun entströmts dem Flaschenhals und beweist Stehvermögen eines Rooco Siffredi. Nach 5 Minuten Duschpause steht er immer noch wie eine Eins, der Schaum. So gehört sich das.

Innere Werte

Was will man von einem Britenbier erwarten? Nix! Und was bekommt man? Eine gehörige Überraschung! Ungewöhnlich frisch, leicht weisweinig und durchaus charaktergestärkt durchflutet das bräunliche Gesöff anheimelnd die väterliche Mundhöhle. Ja darf's denn wahr sein, das hat was von Hausbrauerei und Selbstgebölktem! Das schmeckt meilenweit weg von InBev und Konsorten, da hat Knut Knutson in der insularen Diaspora doch noch selbst in den Gärbottich gespuckt und dabei Selma Lagerlöff rezitiert. Fruchtig, und wie der Name verspricht hopfig, nicht zu malzig und freundlich um respirativen Widergang. Passt zu Lachs Schranke und einfach so.

Einzig die Rauscheffizienz lässt zu wünschen übrig, sind doch 4,4% eher weibisch und als Begleittrunk für die morgendliche Schminkorgie geeignet denn als herb-männliches Begleitgift für den viralen Gang ins Bad. Da schlägt die britische Natur halt durch. Weicheier.

Fazit

Für die Dame mit Geschmack und den Herrn mit Führerschein.

Freitag, März 29, 2013

Ölpest - 3. Teil

Pistonhead - Kustom Lager



Intro

Mit Sicherheit DER Hammer in jedem gepflegten Alkoholikerhaushalt. Im kleinen Schwarzen mit Totenkopf und Ace of Spades, so macht Katerzucht noch Spaß und das Auge freut sich schon beim Draufblick. 4,9 fröhliche Prozent werden angekündigt und reihen es somit eher in die Riege der Mädchenbiere ein, vielleicht etwas effizienter als die legale schwedische Dünnplörre, aber immer noch weit vom 7,1 Prozenterprotzbier entfernt.

Der Subtext verkündet durchaus hoffnungsfroh: "An illuminating experience from brutal brewing".

Well spoken, Sven, let's give it a look and a sip!

Auf dem Laufsteg

Limondadig leicht, sprudelnd frisch und leicht dickblasig schäumend, kurz: Vielversprechend. Hellgelb und sonnig stehts im Glas und sprudelt nicht. Der spontane Schaum verzupft sich ebenso schnell wie er kam und übrig bleibt dieser kränkliche Schaumrand im innern des Glas, der von konsumentenseitigem Desinteresse kündet. Doch wohlauf, auch hässliche Mädchen wollen geküsst werden und dünne Biere getrunken.

Innere Werte

Aus der Pilstulpe entströmt eine üble Vorahnung. Noch bevor man es schafft, das brutale Gebräu in den Schlund zu schütten wecken Fäulnisgase atavistische Abwehrreaktionen und bisher als evolutionär überwundene Gehirnregionen erwachen überrascht zum Leben und bewegen die Hand mit dem Glas ins taktile Abseits. Kurz: Geruchlich steckt der Pistonhead tief im Arsch seines Vorgesetzten.

Und auch hier gilt: Don't judge the book by the cover! Geschmacklich sehr überraschend. Frisch und, eine Ausnahmeerscheinung bisher, - mir fällt schon fast das Fachwort nicht mehr ein - ... HERB!!! Pistonhead ist erfrischend herb, im Abgang eine leichte Anmutung von Riesling und der primäre Referenzrülpser offenbart Reflexionen von Flieder, Domestos und Magensäure. Sehr schön, so muss das!

Doch, Pistonhead hat sich gerade auf den ersten Platz gehopft und harrt dort der weiteren Mitbewerber.  Alles andere als brutal, und inwieweit diese Erfahrung erleuchtet mag nur in der Menge der Erfahrungen begündet sein, alles in allem: Durchaus trinkbar, Herr Landvogt!

Fazit

Nicht riechen, nur trinken! Aber dann hopfts!

Mittwoch, März 27, 2013

Ölpest - 2. Teil

Norrlands Guld - Dynamit



Intro

Ein bisschen schlampig, ein wenig lieblos, für den Verkauf an Tankstellen optimiert, nicht wirklich schön. So steht die Dose auf dem Tisch und offenbart ihre wahre Schönheit nur dem extrem geneigten Auge des Betrachters: Alk 7,0%. Das ist doch mal eine Ansage. Sieben Prozent ist doppelt soviel wie das freiverkäufliche Bier hat und klingt selbst für deutsche Verhältnisse vielversprechend. Schaumerma.

Auf dem Laufsteg

Unspektakulär. Vielleicht ein wenig dunkler als gewöhnlich aber durchaus pilsig schlüpft es aus der Dose ins Glas. Entweder sind die Tenside hier härter als bei uns oder aber auch dieses Bier neigt zu zurückhaltender Schaumbildung. Nach 2 Minuten sieht das Glas aus wie eigentlich am nächsten Morgen und Blubberbläschen gibts auch keine. Doch Bier soll schmecken und nicht aussehen, auch wenn das Auge gerne mal mitdrinkt.

Innere Werte

Yip, wie zu erwarten: Sieben Prozent kommen nicht von ungefähr und so ätzt der erste Schluck doch überraschend Vollwürzug durch den Geschmacksknospenwald wobei die eine oder dabei draufgeht und ab sofort das sensorische Äquivalent eines toten Pixels bildet. Doch nach diesem Aufflackern nordmännisch untypischer Extase flacht die Erlebniskurve zügig wieder ab. Im hinteren Gäumenbereich hält sich tatsächlich ein zaghaftes Aroma von PVC und Industriereiniger, zerstört aber nicht die gesamtenttäuschende Primäranmutung. Hat sich auch diese dann endlich verzogen bleibt im Mund eine gewisse Ratlosigkeit und bedingt den unwillkürlichen Griff zum nächsten Schluck. So werden Abhängigkeiten geboren, und zwar die Art, von denen man sich fragt, warum man sie hat. Somit reiht sich Norrlands Guld - Dynamit in die unlängst begonnene Reihe der Effektbiere ein, die eher durch Wirku

ng als durch Geschmack punkten.

Fazit

Norrlands Guld - Dynamit. Stimmt!

Sonntag, März 24, 2013

Ölpest - 1. Teil

Schweden ist genausoviel "Land der Elche" wie Deutschland das "Land des ewigen Frühlings" ist. Und genausowenig wie es Elche in diesem Nation gewordenen Eisfach gibt, gibt es hier trinkbares Bier.

Scheint es.

Kurze aber heftige Recherchen haben ergeben, dass es in der Tat doch Bier gibt. Der schwedische Staat ist sehr mütterlich, wenn es um die Gesundheit seiner Staatsbürger geht. Rauchen rangiert auf der gleichen sozialen Ebene wie Katholozismus und Alkohol darf nur an hohen Feiertagen ohne Verlust von Rang und Priviliegien genossen werden.

Mich als Tourist interessiert das nicht und so kam ich hinter das Geheimnis der sogenannten Systembjuden, oder so ähnlich. Dies sind öffentlich lizenzierte und vollumfänglich überwachte Läden, in welchen regelmäßig der Tourist und gelegentlich der Schwede Frischstoff kauft. Hier gibt's alles über 3.5 Umdrehungen. Das ganze landesuntypisch nur bis 18 Uhr und auch nicht an Sonntagen. Nur zur Erklärung: Der Schwede ist Heide, sprich Protestant und hat somit überhaupt kein Problem damit, am heiligen Sonntag in geöffneten Geschäften einzukaufen. Aber eben keinen Alkohol, weil da hört der Laizismus dann wohl doch auf.

Um nun dem Verdikt der dreimonatigen Zwangsabstinenz zu entgehen begab ich mich in jenen schummrigen Kontor und erwarb rein stochachstisch 4 Dosen Bier.

Und die erste soll heue verkostet werden.

Starköl


Intro

Sie heißt "Starköl" und kommt im schlichten silbernen Nullfünferlook daher. 5.1% bringt sie mit und protzt weder mit dem Namen der Brauerei noch mit sonst irgendwelchen verräterischen Details, wahrscheinlich um die Klageerhebung zu erschweren.

Auf dem Laufsteg

Sie fließt recht golden ins Glas, verweigert sich dort aber nachhaltig einer spontanen Schaumbildung. Man muss schon arg Fallhöhe hinzufügen, um auch nur ein kleines Krönchen zu erhalten. Auch dieses schmilzt schneller als der Schnee im Sommer und übrig bleibt eine leicht erbärmlich wirkende Erscheinung, dem nicht unähnlich was man nach einer guten Party morgens in den Gläsern der Gäste an Resten findet. Der Fachwirt bezeichnet sowas gerne auch als "Tröpfelbier". Aber Äußerlichkeiten sind Schall und Rauch, die inneren Werte zählen.

Innere Werte


Der erste Schluck entscheidet und dieser besticht durch Konsequenz. Konsequent nämlich setzt sich die Schlichtheit des Desings im Geschmack fort. Unspäktakulär aber nicht unfreundlich findet sich der Geschmackssinn mit nichts konfrontiert, was ihn tirritieren oder überraschen könnte. Die synaptische Weiterleitung der Aromainformation ergibt eindeutig "Bier" und damit endet auch alles Positive, was man sagen könnte. Es kommt nichts mehr. Es schmeckt nach Bier und das war's. Nichts weiter. Es ist das Hühnchen unter den Bieren, es ist nicht schlecht, sieht man sich aber gezwungen, Charakteristisches zu beschreiben, kann man nur sagen, dass das Charakteristischste eben die Abweseneheit sämtlicher Charakteristika ist. Mittlerweile hat sich Schaum und Perlung komplett erledigt und im Glas steht urinartig eine Bier, das der Farbe Grau entspricht oder, wenn's ein Auto wär, dem Golf. Weniger geschmacksauffällig als ein Burgerbrötchen aber freundlich im Abgang bleibt jetzt nur die Hoffnung, dass die Umdrehungen nicht gelogen sind und somit der Sekundäreffekt zuverlässig eintritt.

Nach einigen intensiven Testschlucken drängt sich der Eindruck auf: Das muss so! Geschmack, bzw. dessen Abwesenheit und Verpackung stehen in einem Sinnzusammenhang. Es will wohl garnicht mehr sein, als eben ein starkes Bier. Es ist das Bier für den Effekttrinker, der sich nicht durch "hopfiges Aroma" oder "herben Charakter" ablenken lassen will. Wer "Starköl" trinkt, will, dass es batscht, sonst nix. Das bekommt er!

Fazit

 "Das war wohl nix, meine Herrn, das ühm wir noch'n büschn!"

Mittwoch, März 13, 2013

Gott sei's gedankt, getrummelt unn gepiffe...

... wir haben wieder einen Papst. 1.2 Milliarden Mittelalterfreaks haben wieder einen Führer. Einen Argentinier diesmal. Das passt. Jorge Bergaliolio wird als Papst Franziskus der Nummernlose weiter als Line-Manager Gottes die Menschen ins selbstverschuldete Unglück stürzen, immer frei nach dem Motto "Selbert schuld, die Brut, muss ja  nich auf mich hören!".

Und was titelt die Bild? "Er ist unser neuer Papst". Enttäuschend. Gut, die Schlagzeile aller Schlagzeilen ist nicht zu toppen und immer noch besser als "Sie ist unsere neue Päpstin" - Gott bewahre uns vor der Zeit, wenn das mal Wirklichkeit werden sollte - aber ein wenig fad ist sie schon.

Und so geschah es:

Nach den Klängen des Marsches "Alte Kameraden", dargebracht vom Vatikanmusikchor "Schweizer Onkelz" wendet sich Papst Franz an die Herde und verkündet Belangloses. Der als Vermittler und Südamerikaner geltende Frischpontifex ist Jesuit und somit per se ein liberaler Freigeist und wird das katholische Mutterschiff im Sinne der Befreiungstheologie, die z.b. die gemischtgeschlechtliche Ehe in gewissen Grenzen erlaubt, nun endgültig ins 21. Jahrhundert führen. Als ersten Schritt wolle Papa Jay, wie er liebevoll von seiner 200 köpfigen Dienerschar heimlich genannt werden darf, die Kugelform der Erde anerkennen und die Überprüfung gewisser Thesen bezüglich der Vermutung, ob Frauen beseelte Wesen sind, einleiten.

Mit den Worten "Wir sehen uns bald wieder. Ich werde bei Maria beten, dass sie uns beschützt." verlies das Staatsoberhaupt des Vatikans den Balkon des päpstlichen Palastes und begab sich, wie angekündigt, in die nahegelegene 5-Sterne-Pizzeria "Da Maria", wo er wahrscheinlich unter dem Jubel seiner Günstlinge bis weit in die Nacht hinein bei Prosecco, Thunfischcalzone, eingelegten Schweinefüßen und dem einen oder anderen Fässchen "Papas Bestem" "beten" wird.

Wir wünschen dem frischgebackenen Vater alles Gute und immer eine Handbreit Heidenblut unterm Kiel des Gerüchten zufolge künftig auf Ketten fahrenden Papamobils. Halt die Tiara steif und nich vergessen: Mit 76 Jahren, da fängt das Leben an, mit 76 Jahren, da hat man Spaß daran, mit 76 Jahren, da kommt man erst in Schuss, mit 76 ist noch lang noch nicht Schluss.

Hat ganz früher Baustellen gesichert. Winken hat er immer noch drauf.
 Glück Auf!

Montag, März 11, 2013

Elche! Sie sind überall!

Schweden gilt als Land der Elche. Jeder Schwedenurlauber bringt geradezu zwanghaft Elchfotos mit und beeindruckt die Zurückgebliebenen mit teils herzergreifenden, teils pompösen Geschichten über Begegnungen mit diesen majestätischen Tieren. Wie sie da wahlweise im Sonnenauf- oder Untergang urplötzlich auf der verlassenen Straße vor dem Leihvolvo auftauchen, wie sie als fürwitzige Kulturfolger rattengleich die Biotonne vor dem Hause nach Essbarem durchsuchen oder wie sie einfach nur idyllisch in des Waldes Lichtung röhren und die Dinge tun, die Elche tun, wenn sie sich beobachtet fühlen.

Diese Geschichten sind vieles. Schön, wohlfeil formuliert, wie oben schon erwähnt beeindruckend, künden von Ferne und Skandinavien, erzählen von Kälte und nordischer Exotik. Vor allem aber sind solche Geschichten eins:

 BULLSHIT!!! VON VORN BIS HINTEN ERSTUNKEN UND ERLOGEN! SEEMANNSGARN UND SCHAUERMÄRCHEN! ES GIBT KEINE ELCHE IN SCHWEDEN. GAB'S NIE, GIBT'S NICHT UND WIRD'S NIE GEBEN. DRECKSVIECHER VERRECKTE HEIMLICHTUENDE, ZU GROSS GERATENE REHE MIT HÄSSLICHEN GEWEIHEN UND VIEL ZU DICKEN NASEN. ELCHE HAM NEN KLEINEN SCHWANZ, SIND HÄSSLICH, STINKEN, SIND ADOPTIERT UND KEINER HAT SIE LIEB!!! 

Der durchschnittliche Elch beeindruckt durch seine Abwesenheit. Gerade in Schweden. Wahrscheinlich gibt es mehr Elche im Käfertaler Wald als in Schweden.

Wir sollten zum Storre Mosse Nationalpark fahren, hieß es. Die Einheimischen erachten das als witzig und jagen somit jeden Neuankömmling dort hin. Ist so ne Art Volkssport und dient der nativen Belustigung. Eine gemeinsschaftliche Beschäftigung, ähnlich dem Weihnachtsbaum-aus-dem-Fenster-werfen oder sich-bei-Ikea-Möbel-kaufen. "Hey, Snörre, da kommt 'n neuer Deutscher. Komm, den schicken wir in den Park,  'Elche gucken'". "Prima, Ole Ulfsson, dann ist der blöde Faschist mal locker 5 Stunden unterwegs, friert sich den Arsch ab und denkt, er hätt was von unserer Kultur mitbekommen."

Also fährt der Deutsche los. Über das, was sie hier "Straße" nennen. Sie nennen das ganz anders aber diese Sprache entzieht sich der mitteleuropäischen Rachenraumkonstruktion, so dass man auf die Übersetzung zurückgreifen muss. Auf den Straßen darf man maximal 110 km/h fahren, das aber nur manchmal und nicht überall und schon garnicht jederzeit. Meistens darf man nur 90 km/h fahren und auf der sicheren Seite ist man, wenn man 80 fährt. Da diese Regelung selbst den Schweden nicht einleuchtet, herrscht ein verkehrstechnisches Agreement, dass man nur 70 km/h fährt, ganz einfach um nix falsch zu machen.

Man tuckert also durch die schwedische Vortundra, die in etwa so abwechslungsreich ist wie eine Gotthardtunneldurchquerung bei Nacht und nach kaum mehr als fast nicht ganz drei einhalb Stunden ist man auch schon am Nationalpark. Der sich in absolut nichts von der anderen Umgebung unterscheidet, die man gerade durchschlichen hat. Die Bäume sind vielleicht einen Ticken kleiner und nicht ganz so grün, ansonsten sieht's halt aus wie bei Tante Erna im Schrebergarten (Tante Erna ist seit 10 Jahren tot und der Schrebergarten wird von den anderen Gärtnern als Bierdosenhalde missbraucht, Ernas Neffen und Nichten zahlen aus reiner Nostalgie die Pacht, kümmern sich aber -typisch Jugend von heute- um nix und so vermodert der Laden, es ist eine Schande!). Aber Nationalpark ist Nationalpark und dort sollen sich die Elche rudelweise tummeln, an Sonntagen auch tummelweise rudeln, mithin, man bekommt Schwierigkeiten beim Laufen weil einem überall ein Elch im Weg steht und man solle doch bitte das Weitwinkel auf die Kamera schnallen, weil man sonst nicht alle Elche fotografieren kann oder weil man dauernd so nah am Elchesrand steht, dass man mit einer großen Brennweite eh nix anfangen kann.

Und so sieht das Elchgetümmel aus:
Der spitzfindige Leser meint jetzt natürlich gleich "Hoppla, was echauffiert er sich? Der Elch lugt listig hinterm Gehölz hervor und hat sich nur versteckt!". Aber mitnichten! Kein Elch hinterm Baum, kein Elch davor, keiner daneben. Es hat sich auch keiner eingegraben. Auch fliegen sie nicht in Schwärmen über Touristen, vohn denen sie annehmen, dass diese in Bälde verenden und ein köstlich Abendmahl abgeben. Nichts. Kein Elch. Kein Elch weit. Kein Elch breit. 

Auch ansonsten hält sich die lokale Fauna erstaunlich bedeckt. Keine Vögel, keine Rehe, nicht mal Tauben. Ein totes Land. Hier, wir waren auf mehreren Hekto-Ar die einzig höhere Lebensform:
Morgen kommen Kollegen aus Deutschland. Die waren noch nicht im Storre Mosse Nationalpark. Die müssen da unbedingt hinfahren. Es ist einfach ein unvergessliches Erlebnis, wenn diese riesigen Elchherden über die Weiten der Prärie ziehen, majestätisch im Sonnenuntergang, von Horizont zu Horizont, der Staub ihrer Hufe verdunkelt die Sonne. Und es ist garnicht weit weg. Hier auf der Karte, guck, gleich da, ein Katzensprung...

Life, loathe it or ignore it. You can't like it.

Anlässlich des viel zu häufigsten Todestages eines der, wenn nicht gar DES besten Schriftstellers dieser Iteration unseres Universums, hat Google, die Sirius Cybernetics Corporation unserer Welt, folgendes Doodle herausgebracht:

Freundlicherweise haben sie auch tatsächlich "Don't Panic" in alle möglichen Sprachen übersetzt, unter anderem Schwedisch:

All das wird überflüssig, wenn wir mal den Babelfisch er- bzw. gefunden haben werden. Insofern: So long! And thanks for all the fish! Oder halt: Ajöss och tack för fisken!

Nachtrag! Die Profis machen das dann so:

Sonntag, Februar 17, 2013

Freitag, Februar 08, 2013

Regelgreis

Während des Studiums bin ich mit einem Konstrukt konfrontiert worden, das sich 'Menschen im besonderen Gewaltverhältnis' nennt. Es geht hierbei hauptsächlich um Gefangene, Beamte und noch irgendwas. Ich war ein lausiger Student und auch hier konnte ich mir die notwendigen Details nicht merken. Worum es aber im groben ging war, dass sich diese Menschen gewisser Grund- und/oder Bürgerrechte, nicht immer freiwillig, entledigen. So ist z. B. Das Recht auf Freizügigkeit eines Strafgefangenen zwingend notwendig eingeschränkt und Beamte haben kein Steikrecht.

Die juristische Literatur lässt sich in diesem Zusammenhang aber nicht über die rechtliche Positionierung des gemeinen Kurgastes aus. Oder anders gefragt: Dürfen die uns - ja, man solidarisiert sich - uns so behandeln, wie sie es tun?

Sagen wir mal so: Die Regelungswut und Hinweisschilddichte ist überwältigend. Gleichzeitig ist die Hausordnung nur ein klitzekleinwenig strenger als die des letzten FSB-geführten Gulags für politische Gefangene auf Sachalin.

Beispiele? Gerne!

Frühstück gibt's zwischen 6 und 8 Uhr. Der Export von Speisen aus dem Speisesaal ist verboten. Das gilt ebenfalls für alle anderen Speisen und Speisezeiten. Getränke, die nicht im Haus erworben wurden, dürfen nicht in den Speisesaal importiert werden. Das gilt auch für Teebeutel, insbesondere für Earl Grey. Wer die Friesenmischung nicht mag, soll eben Wasser trinken. Rauchen und Parken ist nur in den gekennzeichneten Bereichen erlaubt, die Kombination beider Tätigkeiten ist verboten. Nach 23 Uhr ist Ruhe zu halten, der Schlaf ist Teil der Therapie. Der Patient hat jeweils 10 Minuten vor Therapiebeginn im entsprechenden Warteraum zu warten und immer ein Handtuch mit sich zu führen. Das betreten des Bewegungsbeckens zu Therapiezeiten ist nur in Anwesenheit eines Therapeuten erlaubt, nach 17 Uhr allerdings ist der Zugang frei. Das Einspringen von jeglicher Seite ist verboten ebenso der länger als 20 Minuten dauernde Aufenthalt im Wasser. Vor und nach dem Bade ist zu duschen, und zwar in den dafür vorgesehenen Duschen und nicht etwa auf dem Zimmer. Ab 19 Uhr hat sich der Kurgast selbständig an der Rezeption um die aktualisierten Therapiepläne zu bemühen, hierbei ist die Klingel zu betätigen, um Hilde zu wecken. Das Anrufen oder dezente Hüsteln, um auf sich aufmerksam zu machen, ist verboten. Wasser darf nur und ausschließlich aus der zur Verfügung gestellten Flasche getrunken und nur darin transportiert werden. Die Fremdflaschenverwendung ist verboten. Die Nutzung des Aufzugs ist für Kinder unter 12 Jahren in Abwesenheit eines Erwachsenen verboten. Bier ist verboten, allgemein sind alkoholische Getränke verboten. Das Verwenden nicht hauseigener elektrischer Geräte ist verboten ebenso wie der Empfang nicht angemeldeter Fremdwesen wie Freunde, Bekannte, Ehefrauen oder Kinder.

Ebenso verboten ist das auswärtige Übernachten ohne Beurlaubung, wovon es in drei Wochen Aufenthalt nur maximal zwei gibt. Auf meine Nachfrage, wer das denn so beschlossen hätte, beschied man mir: Der Träger möchte das nicht. Leider konnte ich 'denTräger' nicht ausfindig machen, um ihm für diese Impertinenz eine auf's Maul zu schlagen und ihn somit zum Gebissträger zu machen.

Zwei Tage noch, dann werf' ich ein Spülbecken durch die Wand und türme...

Donnerstag, Februar 07, 2013

Heute im Spiegel

Schock am Morgen. Aus dem Spiegel schaut mich ein alter, verhärmter Mann mit eingefallenen Wangen und grauen Haaren an. Die Augen liegen tief in kohlentränensackschwarz unterlegten Höhlen und die Zahnbürste fährt ins Leere und massiert nur noch das faltige Zahnfleisch. Hektisch sattle ich meinen Rollator und tattere mich in die Krankengymnastik. Dort hole ich mir eine Steighilfe und erklimme eine dieser modernen Digitalwaagen.

Mit Klamotten, Schlüssel und Schuhen wiege ich noch 72 Kilo. Die Eingangsmessung, unter gleichen Bedingungen, ergab vor zwei Wochen 78 Kilo.

Mit anderen Worten: Ich löse mich auf. Mit ein bisschen Glück bin ich dann nächsten Mittwoch komplett weg.

70 Gramm Fett pro Tag.

Ja nee, is klar.

Sonntag, Februar 03, 2013

Dienstag, Januar 29, 2013

Rehalligalli (7a) - Frau Husell: Komödie in einem Akt

Bühnenbild: Der Schulungsraum mit unglücklich positionierter Säule, die 50% der Anwesenden den Blick auf die Leinwand verstellt. Ein Beamer an der Decke, ca. 2.10 hoch. Pult für Laptop. Das Übliche.

Die Darsteller: Die heitere Patientenschar (HP) und Frau Husell (FH).

Die Schulung 'Rehabilitationskonzept im Carolinum' sollte laut Plan um 17.30 beginnen.

Die HP: Ist anwesend, unterhält sich, wie sich Menschen unterhalten, wenn man auf jemanden wartet. Wie üblich hat man die Therapiepläne zur Abzeichnung durch den Therapeuten am Pult gestapelt abgelegt. Die Zeit läuft, man wartet und redet.

Die Zeit läuft, es wird 17.45. Die ersten Witze kursieren darüber, dass jemand ins Lehrerzimmer geschickt werden müsse. Heiterkeit greift um sich, einige Patienten nicken ein.

FH bleibt eine mytische Gestalt und somit für Sterbliche unsichtbar.

17.50, vom Gang trommelt das hektische Gestöckel zu hoher Absätze in der Kombination mit 'zu spät, zu spät' herein, kurz darauf gefolgt von einer gut erhaltenen aber leicht billig wirkenden Endfünfzigerin, die mit jeder Faser ihrer Existenz die Trauer um ihre verwelkte Jugend atmet. In Kombination mit zu viel Insektenvernichter, welchen sie statt Parfum trägt, ein wahrlich atemberaubender Auftritt. Kurz, FH rauscht in den Schulungsraum, legt die Laptoptasche auf das Pult, beginnt auszupacken und zu reden.

FH: Tschuldigung ich bin zu spät meine andere Gruppe hat mich aufgehalten und bitte, is kein Tadel, nur eine Bitte, legen sie die Zettel nicht vorne ab ich geh' lieber durch die Reihen und zeichne gegen aber das wissen sie nich aber fürs nächste mal bitte.

Sie beginnt neben dem immer noch laufenden Laptopauspacken damit, die Pläne abzuzeichnen und gleichzeitig unter Aufruf der abgezeichneten Anwesenden wieder auszuteilen. Hierbei wird die gesamte HP miteinbezogen, da sie die Zettel durchreichen lässt, was zu weiterer Heiterkeit führt. FH konzentriert sich nun voll auf die Laptoplogistik und reagiert arttypisch. Der Beamer ist noch aus und muss, um das zu ändern, erst erklettert werden. Sie schnappt sich einen Stuhl, erklimmt diesen und präsentiert dabei altersuntypisch stramme Waden an High-Heel-Stiefeln auf einem Spiegel von unzüchtigen nicht ganz blickdichten Nylonstrümpfen.

FH: Das dürfen sie nicht machen gell weil man aufm Stuhl nich klettern soll.

HP: Nickt wissend, der männliche HP-Teil präsentiert im Geiste Bewertungskarten mit eher hoher Punktzahl für die gelungene Wadenpräsentation.

Der Beamer läuft, genau wie die Zeit. Mittlerweile ist es 17.50 und um 18 Uhr ist Fütterung in Moria und wenn's um's Essen geht versteht die HP keinen Spass.

FH: (Brummelt vor sich hin, verflucht den Laptop nebst Beamer) Das Ding is... ich hab... ah...

HP: Amüsiert sich, guckt aber auch auf die Uhr.

FH beginnt plötzlich wieder durch die Reihen zu springen und noch nicht abgezeichnete Therapiepläne abzuzeichnen. Tumult entsteht, weil sie sich durch die Sitzreihen drücken muss. Sie beendet die Aktion und schaut kurzfristig verwirrt.

FH: Meinnameisthusellundeinigekennenmichvielleichtschonoderauchnicht... Ich bin hier im Hause.... Ich seh grad... nächste Woche... nee...

Sie nestelt am Laptop. Schaut in die Runde und ist sich sichtlich im Unklaren bezüglich der Essentialia ihrer Existenz.

FH: Eins vorab meine Schulung über 'Stressmanagement und Zeitplanung' hält am Donnerstag mein Kollege, weil ich da nicht kann.

[FACEPALM]

Rehalligalli (7) - Krustanbaden mit Wurst, Typ A

Mitbadender Typ A, Ulf Kravnik, wurde 1953 irgendwo in der Zone nähe einer Kreisstadt, die auf -itz endet geboren und trat im Alter von 16 Jahren in die Grenzstreitkräfte der NVA ein. Politisch bis ins Mark stalinisiert folgten einige Aufenthalte in Sibirien und Kamtschatka in den TraLags 'Wilhelm Pieck' und 'Leo Trotzki'. Hier lernte Ulf, dass die Kernkompetenz des Sozialismus weniger in der Herstellung wärmender Kleidung als in angewandter Bespitzelungstechnik besteht. Da aber ein Nachtsichgerät, auch wenn korrekt getragen, weniger wärmt als z.B. ein dicker Pullover, hat sich Ulf durch bolschewistische Konzentrationsarbeit und reine Willensanstrengung einen Pelz wachsen lassen mit dem Effekt, dass er nun selbst im komplett entkleideten Zustand aussieht wie ein malayischer Marderbär und genauso riecht. Dies brachte ihm zunächst den Spitznamen 'Fluse' ein, der nach Eintritt in die Dienste der Staatssicherheit durch 'IM Filz" ersetzt wurde.

Ulf verbrachte die letzten Jahre in der DDR als berittener Grenzschützer, Abteilung Republikfluchtvermeidung und war der letzte Oberst, der noch weit bis ins Jahr 1990, in seinem Grenzturm verbarrikadiert, mit einem Kindererbsengewehr auf passierende Trabbis feuerte. Die Wiedervereinigung wird von ihm bis heute als üble Propaganda geleugnet und als Zeichen seiner DDR-treue schwimmt er einmal pro Monat splitternackt durch die Weiße Elster und zwar der Länge nach. Das erwünschte mediale Echo blieb ihm bisher verwehrt und deswegen ließ er sich auf Anraten seines Abschnittssanitäters zur Kur in Bad Karlshafen überreden.

Hier trifft er nun regelmäßig mit kapitalistischen Imperialisten zum aquatischen Gruppenevent zusammen und verliert Haare. Ulf stößt Haare ab wie Großinvestoren Aktien kurz vor Jahresende. In zwei Meter Umkreis um Ulf dümpelt permanent eine dichte Wolldecke auf dem Wasser wie der Smog über Peking, die aufgrund strömungstechischer Besonderheiten auch in diesem Umkreis bleibt, egal wie sehr sich Ulf auch bewegt. Deswegen wirkt es immer so, als trüge Ulf einen langen Filzrock, der im Wasser aufschwimmt. Das verwirrt nicht nur die Therapeuten. Darauf angesprochen reagiert Ulf unwirsch aber letztlich einsichtig und verspricht, sich am nächsten Abend komplett zu eppilieren, entsprechende Gerät würde er sich beim Gärtner ausleiehen.

Doch ähnlich einem Play-Doo Männchen wächst das Haar überall sofort bis zur Länge von 5 cm nach und beginnt sich dann zu kringeln.

Ulf immitiert beim gruppenbaden Entengeräusche und belästigt weibliche Mitbadende wie ein pfälzer Splitterparteivorsitzender mittels sächsischer Altherrenwitze, die aber niemand versteht und deswegen auch niemanden interessieren.

Morgen ist wieder Krustenbaden. Dann lege ich ein Banane auf die Terrasse und schließe Hinter Ulf ab, wenn er danach schnappt.

Montag, Januar 28, 2013

Rehalligalli (6a) - Über das Lachen

Alle Menschen lachen. Manche sagen, das Lachen unterscheide den Menschen vom Tiere. Junge Menschen, gar Kinder, lachen, erwachsene Menschen lachen und, ja, alte Menschen lachen auch. Das Lachen männlicher Menschen ist dabei immer das Schönere. Der männliche Lacher ist wie alles Männliche, kurz, prägnant und im ganzen wohlgeformt, gelegentlich sogar imposant. Das weibliche Lachen hingegen hat immer die Tendenz zum nervigen. Sei es das dümmliche Kichern enthirnter Silikonikonen a la Verona oder aber auch das keifende Keckern aggressiv-missgünstiger Marktweiblein.

Was aber garnicht geht, ist das Lachen alter Frauen. Gemeint sind hierbei nicht die "ganz" alten, deren Lachen sich auf ein nur von Hunden hörbares Zirpen beschränkt, sondern diejenigen Alten in der Güteklasse 'post-meno-pausal' bis 'Renteneintrittsalter und Mann lebt noch'.

Ich denke, hier eine Art Standardlachen erkennt zu haben. Und das ist nicht schön.

Vorab sei erwähnt: Die erwähnte Kategorie Frau lacht überall und überall laut. Sie hat n Kinder großgezogen, unendliche Mengen Butterbrote für Männe geschmiert und mehrere Dielenböden in mehreren Mietwohnungen durchgescheuert. Sie hat gegen Ende ihrer Karriere mindestens 20 benachbarte Familien an den Hausmeister wegen Ruhestörung und Nichtbeachtung der Kehrwoche denunziert und ist bei der Polizei in einem eigenen Ordner abgeheftet, weil sie als zuverlässige Beobachterin des ruhenden Verkehrs für 50% der jährlichen Bußgeldeinnahmen des lokalen Polizeireviers verantwortlich ist. All dies bererchtigt sie, zu lachen. Immer, überall, laut und ausdauernd.

Und halt auch im Speisesaal, besser bekannt als Moria.

Der Lacher kündigt sich nicht an. Tiere, die normalerweise Erdbeben lange vor dem Menschen spüren, teilen was die Vorhersehbarkeit dieses speziellen Lachens betrifft, dessen komplette Unfähigkeit. Tiere mit besserem Gehör als dem menschlichen neigen darüber hinaus dazu, danach an Innenohrsturzblutungen schmerzhaft zu verenden. In der Nähe dieser lachenden Frauen sind zum Beispiel Fledermäuse meist ausgestorben oder gehören zur seltenen Art des Kleinen Tauben Trottelohrs, welche aus zoologischer Sicht deshalb so beachtlich ist, weil es die einzig taube UND blinde Fledermausart ist, die sich mittels ihres Tastsinnes orientiert, was sie zur einzig am Boden entlang kriechenden Fledermaus der Welt macht.

Nun, der spezielle Lacher kommt überraschend und semi-eruptiv. Als Präludium genießt der unfreiwillige Zuhörer ein ebenso fulminantes wie überraschendes "Haaaaa...", welches je nach Erheiterungs oder auch Verbitterungsgrad zwischen einer und zehn Sekunden dauern kann. Dieser Auftakt dient dazu, die Aufmerksamkeit aller sich in diesem akustischen Ground-Zero Befindlichen auf die Protagonistin zu lenken. Hierbei eruptiert die Lachende explosionsartig ihr gesamtes Lungenvolumen mit einer höheren Mündungsgeschwindigkeit als ein handelsübliches Niesen. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass alles sich in der Mundhöhle befindliche Material mit nach außen geschleudert wird. Manches dieses Materials landet entweder in benachbarten Tellern oder tritt spontan in eine erdnahe Umlaufbahn ein.

Nach der imposanten Eröffnung folgt der Spannungsbogen. Hierbei verharrt die Lachende am Punkt völliger pulmonarer  Leere. Quasi katatonisch scheint sie sich nicht entscheiden zu können, ob sich ein weiteres Einatmen lohnt oder ob es doch den ganzen Aufwand nicht Wert ist. Man kennt diese Phasen trügerischer Stille von Hurrican-Zentren oder auch vom Kinderweinen, dann, wenn die doofen Blagen mal wieder zu dumm waren und hingefallen sind und sich erst vergewissern müssen, dass irgendwelche Erwachsene anwesend sind und es sich definitiv lohnt, wie depp loszubrüllen.

Kinder, ganz im Gegensatz, weinen NICHT, wenn sie unbeobachtet hingefallen sind, weil Kinder sich nicht weh tun und alles rumgeheule nur der Show geschuldet ist.

Diese Chance hat man bei der Lachenden nicht. Sie schiebt immer den dritten Akt nach. Und der ist nochmal beachtlich und lässt auf ein fulminantes Ende hoffen. Zwanzig Liter Altweiberlungenvolumen werden asthmatisch röchelnd gefüllt und man meint, Kondensstreifen am Einsaugkanal erkennen zu können. Kleinere Gegenstände der Umgebung werden wie durch einen Industriestaubsauger eingesogen, kleine Kinder halten sich wie Bänder im Sturm flatternd an was auch immer fest, wenn sie nicht im Zentrum dieses Malstroms ein allzu frühes Ende erleiden wollen. Der eine oder andere Kleinsäuger wird danach nicht mehr gefunden werden. Wahrscheinlich wird das Bermuda-Dreieck so erklärbar.

Der vierte und letzte Akt ist enttäuschend. Würde man jetzt noch einen quasi abschließenden Paukenschlag erwarten, passiert lediglich folgendes: He-he-he... mit abflachender Lautstärke.

Dann herrscht Ruhe. Umfassend und verstockt. Überlebende kriechen unter den Trümmern hervor, schauen verwirrt und verständnislos in eine für sie nun fremd gewordene Welt. Das eine oder ander Trümmerstück fällt noch irgendwo unbeachtet zu Boden und erschlägt ein Kind und ganz in der Ferne hört man das Anlaufen von Sirenen. Menschen machen sich mit leerem oder irrem Blick auf den Weg zum nächsten Notlager des THW, Krisenreaktionskräfte der Bundeswehr beginnen mit der Wiederherstellung grundlegender Infrastruktur und die Zivilisation beginnt mit einem neuen Anlauf.

Wie gesagt: Nicht schön.

Rehalligalli (6) - Stangerbad

Oder: Einer flog über das Kuckucksnest

Was das Stangerbad ist kann man auf Wikipedia nachlesen, allerdings wird dort der Effekt des Bades nicht vollumfänglich beschrieben. Der Effekt ist nämlich dem einer behaglichen Elektroschocktherapie, wie sie zum Beispiel in amerikamischen Rehabilitationseinrichtungen in Guantanamo-Bay oder Abu Ghreib verabreicht wird, nicht unähnlich. Wenn man seinen Körper 20 Minuten der naheliegenden Kombination aus Wasser und elektrischem Strom ausgesetzt hat fühlt man sich so wie Jack Nicholson im oben erwähnten Film. Ist es die komplette Tiefenentspannung oder absolute körperlich geistige Erschöpfung, egal. Auf jeden Fall hast du danach die sprühende Dynamik eines optimal fokusierten indischen Extremgurus, der seit 10 Jahren mit dem Kopf im Uferschlamm des Ganges steckt und dabei Verse aus dem Buch Shiwa rezitiert.

Und gerade wenn du dir jetzt nichts sehnlicher wünschst, als einfach mal 12 Stunden bewegungslos überm Zaun zu hängen, scheucht dich der Therapieplan in die Gruppenkrankengymnastik. Und der Therapieplan ist nicht verhandelbar. Der Plan genießt Absolutheitsanspruch und gewinnt an Brisanz, da jede Anwendung vom jeweiligen Therapeuten abgezeichnet werden muss. Bei einer nicht abgezeichneten Anwendung wird man strenge ermahnt, bei zweien erfolgt die peinliche Befragung durch den Chefarzt, bei dreien gibts Bestrafung in Form des Zwangsverzehrs von zweimal Diätmittagessen plus Pfefferminztee, überwacht vom Rezeptionsfass Hilde. Niemand will das.

Ich will wieder arbeiten.

Sonntag, Januar 27, 2013

Rehalligalli (5) - Zivilisation

Versteckt hinter dem Hinterausgang von Moria steht versteckt und unbeleuchtet aber voll funktionsfähig ein Getränkeautomat. Als gezielter Anschlag auf den Säure-Base-Haushalt aller Patienten gibt das Gerät tatsächlich gegen einen nicht unbedeutenden Obulus Coca-Cola heraus. Wirklich überraschend dabei ist, dass der Weg zum und vom Automaten nicht gepflastert ist von durch plötzlichen Koffeintod dahingeraffter Konsumenten. Immerhin ist die im Hause gepflegte Diät nicht dazu angetan, die Resistenz gegenüber Konsumgifte jeglicher Art zu erhöhen. Nach einer Woche Carolinum-Mampf reagiert der menschliche Körper doch eher ablehnend gegen alles, was nicht Wasser ist. Da kann jede Cola schnell die letzte sein.

Aber vielleicht räumen sie die Leichen auch nur regelmäßig weg? Kann alles sein.

Trotzdem haben sich meine Überlebenschancen dramatisch erhöht.

Freitag, Januar 25, 2013

Rehalligalli (3) - Wasser für Mannis Opa

Im Haus gibt es zwei Wasserspender. Unauffällige Apparate, die Wasser spenden. Damit wir nicht wie die Kamele das Wasser direkt aus der Zotte nuckeln müssen, hat man uns eine Flasche gegeben, die wir behalten dürfen. Das Wasser ist umsonst und die Verteilung folgt der Free-Refill-Ideologie. Der Effekt dessen ist, dass sich vor den Wasserspendern regelmäßig lange Schlangen Zapfwilliger sammeln. Immerhin ist das Wasser ja umsonst und wenn was umsonst ist erwacht der Sammler im Deutschen. Gelegentlich kann man beobachten, wie die Leute die Flasche füllen, diese hektisch und wie die Molche auf der Herdplatte ausnuckeln, um sie dann erneut bis zum Überlauf auffüllen. Man weiß ja nicht, wann's mal wieder was gibt.

Laut Aussage der stationierten Diätassistentin spendet der Apparat das beste Wasser, das es in Deutschland gibt, also: Leitungswasser. Es unterscheidet sich in exakt nichts von Wasser, welches im Zimmer oder von mir aus auch im Garten aus dem Hahn kommt.

Aber wahrscheinlich ist es da einfach nicht umsonst genug.

Donnerstag, Januar 24, 2013

Rehalligalli (2a) - Omitransit

Omitransit, der: Sammelbegriff für ein häufiges aber faszinierendes mikro-astronomisches Ereignis im geriatrischen Klinikuniversum. Der O. bezeichnet Annäherung und Vorüberziehen einer rollatorgestützten MEE (mobile elderly entity) mit anschließender Entfernung vom Beobachter. Im Gegensatz zum makro-astronomischen Transit, z.B. dem Venus-Transit, wird der O. mit Erreichen des Transitscheitels akkustisch begleitet. Das O.-Objekt stößt im Zenit des O. regelmäßig Laute von bis dato noch ungeklärtem Bedeutungsinhalt aus. Neuere Forschung untersucht zwar die These, es würden atavistische Grußformeln ausgestoßen, Belege hierfür kann die Wissenschaft aber noch nicht vorlegen. Je nach Reifegrad des MEE kann ein O. Zwischen 5 Minuten und 1 Stunde dauern. Häufungen von Os sind örtlich und zeitlich bekannt, z.B. auf Zebrastreifen und Bushaltestellen in der Nähe von Kureinrichtungen oder immer dann, wenn man es mal wieder eilig hat. Dem O. verwandt ist der Opatransit. Handelt es sich zwar um ein sehr ähnliches Naturphänomen, wird der Op. zusätzlich von einem olfaktorischen Element begleitet.

Rehalligalli 2 - 70 Gramm Fett

70 Gramm Fett. Soviel steht mir als nicht diätisch eingeschränkter Insasse pro mittäglicher Fütterung zu. Klingt wenig und provoziert sofort  Erinnerungen an tief im deutschen Volksunterbewusstsein verankerte Bilder von Lebensmittelkarten, auf welchen in tabellarischer Form und in Fraktur gesetzt die Mengen Lebensmittel notiert waren, die jedem Volksgenossen in jenen Zeiten der nationalen Entbehrung zustand.

Mir stehen ohne Volk und Entbehrung 70 Gramm zu. Das soll 2100 Kalorien entsprechen. Wie man diese aber in 3 mikroskopische Stücke Fleisch verpackt, die sogar von einem eingefleischten Veganer verschluckt würden, ohne dass dieser Vishnu oder Ronald Mc Donald um Verzeihung anflehen müsste, hat sich mir nicht erschlossen. Vielleicht erklären sie uns das morgen um 8 Uhr in einer Schulung über gesunde Ernährung. "Kochen ohne Bluhmenkohl" oder so ähnlich. Auf jeden Fall herrscht hier noch die Einstellung, dass Gesundes nur geschmacksneutral und vegetarisch sein darf. Denn merke: Wenn's schmeckt, bringt's Dich um!

Zum Glück war die ganze Nummer aalso nicht gewürzt, so konnte es nicht schmecken und das macht den Abschied leichter. So hat alles seine Vorteile.

Positiv zu vermerken waren die ersten schüchternen Kontaktaufnahmen mit meinen Tischnachbarn. Wir chaben eine Russin, einen Ingenieur, einen mir noch unbekannten Menschen und eine arme Sau namens Schultz. Sich mit diesen Leuten zu unterhalten ist ähnlich gesund für die Psyche wie Escher-Bilder anzuschauen. Es dreht sich alles im Kreis. Jede Schilderung eigener Symptome ergibt als notwendige Replik die Schilderung anderer, aber natürlich schlimmerer und schmerzhafterer Symptome des Gegenüber. Kurz, es ist schon unglaublich, wie lange und angeregt man sich mit wildfremden Menschen unterhalten kann, wenn man nur die gleichen Krankheiten hat. Nicht auszudenken, was da soziodynamisch möglich wäre, wenn man über mehr Gemeinsamkeiten verfügte, wie z. B. einen gemeinsame Glauben an ein allmächtiges Wesen mit Leitungsfunktion.

Wir haben alle Rücken.

Mittwoch, Januar 23, 2013

Rehalligalli (1c)

Es IST ein Altersheim. Eine kurze Altersdurchschnittapproximierung beim Abendessen ergab den vorläufigen amtlichen Endwert von ca. 75, wobei das Alter des angebotenen Salats schwer in die Rechnung mit einging. Das Abendbrot - ja, hier passt der Begriff - ist von bedenklicher Konsistenz und Anmutung und wird hauptsächlich von der Art Klientel in die kukidentversiegelten Kauluken verfrachtet, die sich zeitgleich darüber auslässt, dass man in der guten alten Zeit über eine Scheibe Wurst froh war, gabs doch Fleisch eh nur einmal im Jahr und sogar das nicht, wenn der Russe wieder mal die Lastkraftwagen konfisziert hatte.

Die Stimmung im Speisesaal ist ähnlich ausgelassen wie in einem Sterbehospiz für  verwaiste Hundewelpen und eher von konzertriertem Aktionismus geprägt. Immerhin ist der Weg des Brotes an der zittrigen Hand ein weiter und auch ist die Spannkraft des oralen Schließmuskels eher volatil. Da bleibt kein Raum für eitles Geschnatter. Ausserdem hat zu Tisch Ruhe zu herrschen!

Vor diesem Hintergrund bin ich heilfroh, dass ich mir in einem luziden Augenblick im benachbarten Aldi (Nord!!! Es gibt keinen Gott!!!) noch eine Prinzenrolle geholt habe. Das sollte das nächtliche Überleben sichern. Eventuell dann noch fehlende Kalorien werden per Bier zugeführt. Das ist zum einen guter Brauch, zum anderen zementiert dieser gezielte Verstoß gegen die Hausordnung hoffentlich die Grundlage für eine vorzeitige Entlassung.

Gleich läuft im Aufenthaltsraum Matlock und Golden Girls als Double Feature. Da muss ich dabei sein.

Morgen werde ich an meiner Arbeit über die verschiedenen Arten von Rolatoren weiterschreiben.

Jetzt muss ich enden, gleich ist Einschluss.

Rehalligalli (1b)

Rehalligalli (1a)

Meine Vorstellung mit den Worten "Mein Name ist Koller und ich melde mich hiermit zum Haftantritt." fand nur wenig humoristische Resonanz bei dem fassartigen Geschöpf, welches mich "im Namen des Carolinums" begrüßte und mit ziemlicher Sicherheit auf den Namen Hiltrud, kurz Hilde, hört. Die direkt anschließende Belehrung, ich solle doch froh sein, überhaupt eine Kur genehmigt bekommen zu haben und Millionen andere Menschen würden mich beneiden, nordete mich allerdings umgehend auf den vor Ort gepflegten Duktus ein. Die Patientenansprache, und ein solcher ist man hier, ein Patient, erfolgt in Kursivschrift und belehrt. Alkohol ist in der Klinik unerwünscht und rauchen darf man in eigens dafür vorgesehenen Raucherpavillons. Das Verlassen der Klinik nach 23 Uhr ist ebenso unerwünscht und auswärts Nächtigen nur nach vorheriger Beurlaubung und auch dann nur wenn Hilde es verantworten kann.

Kurz, mir erschließt sich die ganze Tragweite meiner Situation noch nicht völlig. Ich vermute aber, die Soldaten der ersten Angriffswelle auf Omaha-Beach müssen ähnlich positiv in die nähere Zukunft geblickt haben. Ich bin sehr gespannt, was mich hier erwartet, wenn die Klappen meines Landungsbootes fallen und die brüllende Realität des K-Days über mir zusammenbricht.

XBox kann ich übrigens komplett knicken. Der TV im Zimmer stammt aus prä-Wende Resteproduktion des VEB Durchleuchtungsgerätebau Pirna und erlaubt in linientreuer Abschottungsdogmatik keinerlei Fremdgeräteanschluss.

Bisher deutet alles drauf hin, dass meine schlimmsten Befürchtungen wahr werden. Wer Mitleid für mich zu empfinden sich in der Lage sieht möge dies bitte jetzt tun.

Ich spüre, wie mein Hirn beginnt zu verkalken.

Rehalligalli (1)

Bad Karlshafen. Es gibt hier Eisvögel.

Das muss reichen für 3 Wochen.