Samstag, August 13, 2011

Abreisetag

Wenn es etwas gibt, das schlimmer ist als, sagen wir mal, ein nässendes Ekzem im Genitalbereich, dann ist das der Abreisetag aus dem Urlaubsort, an dem man sich gerade so richtig, aber auch so richtig, rundumsauwohl gefühlt hat.

Die Sonne scheint bei ca. 25 Grad (Temperatur, nicht Neigung), in den Straßen keckern die Spatzen und der Himmel ist erfüllt vom typischen Geräusch der bei südländischen Jugendlichen so beliebten Zweitaktrollern mit systemimanenten Zündaussetzern. Der Duft von Knoblauch, Fisch und dem Erbrochenen des Vortags durchdringt die schlecht isolierten (wogegen auch? Frost?) Fenster und das hektische, aber rhythmische Getrillere der lokalen Verkehrslenkungsstaatsmacht bildet genau die Art von Kontrapunkt, die einem vor lauter Abschiedsschmerz die Tränen ins noch strandblinde Auge treibt.

Viele Menschen sagen, es sei immer auch wieder schön, Heim zu fahren.

Ich sage, das ist ein Haufen Moppelkotze! Heimfahren ist für Einparkhilfenverwender. Heimfahren ist die letzte Niederlage im Angesicht der nicht stattfindenden Selbstverwirklichung. Heimfahren ist der Stinkefinger, den Dir die Realität zeigt, wenn Du sie fragst: Wie wär's eigentlich, wenn ich nur noch das machen würde, was ich auch wirklich will?

Trotzdem fahren wir heut heim.

Laut Wetterberichts gibts 27 Grad (9 Grad morgens, 9 Grad mittags, 9 Grad abends. Jeweils nach dem Essen mit ein wenig Flüssigkeit).

Yay!

2 Kommentare:

Sternkind hat gesagt…

Welcome back! Also, ich freu mich über die anstehende Abreise aus meinem Hotel, muß ich sagen. Ich hab aber auch Urlaub in der Metropolregion gemacht, vielleicht liegt es daran.

Death hat gesagt…

Well spoken, Bruce!