Freitag, November 28, 2008

Bilder










Und dann das...

Immer wenn man denkt, man hätt's hinter sich, kommt's wieder und versaut einem den Tag. So auch hier. Aus der Rubrik "Nicht verwechseln". Heute: ganz ein Flacher!

Nicht verwechseln:

Donnerstag, November 27, 2008

Und heute geht unser spezieller Gruß...

... an die NetZeitung.

Diese schreibt in einem ebenso schlichten wie erbarmungswürdigen Artikel diesen semantischen Augenschmaus:

"Deshalb hätten sie eine gemeinsame Präsentation ins Auge angesetzt."

Ob sich Deutsche unter den Opfern befinden ist zur Zeit noch unklar.

Dienstag, November 25, 2008

Früher war mehr Lametta...

Nein, früher haben sich die Spammer zumindest noch Mühe gegeben. Sowohl bei der Auswahl des Absenders, als auch beim Betreff. Irgendwas von "Sternprinz" und "Wärrde Millionario Jetzt!"

Aber das hier ist einfach nachlässig.

Kein guter Stil.

Ich fühle mich als Spam-Opfer nicht mehr ernst genommen.

Aus die Maus

Ehe-Aus für Veronica F. schreibt der Spiegel. Ehe-Aus für Amy W. schreibt der Stern.

Eine kurze Recherche in jenem Buch, das für die meisten Redakteure wohl immer noch eins mit sieben Igeln ist (dem Duden) hat ergeben, dass es das Wort nicht gibt.

Das heißt, es gibt es nicht in der deutschen Sprache. Aber es exisitiert feist und wohlgenährt im Internet. Google spuckt hierzu ca. 125.000 Treffer aus. Meist in Zusammenhang mit irgendwelchen Leuten, die aufgrund mangelnder Kompetenz auf irgendeinem relevanten Gebiet, sich die Dummheit der Massen zu Nutze gemacht haben, und seither ein komfortables Leben mit dem Geld derer finanzieren, die der Meinung sind, dicke Titten oder eine gerade Nase seien Grund genug, jemanden zum Leinwand-/Fußball-/Sport- oder Sonstwasgott zu erheben.

Promis eben.

Nun, all jene Personen scheinen neben einem überaus geringen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gattung Mensch auch noch über eine dem entsprechende Nichteignung zu verfügen, sich länger als ein moderner MTV-Video-Clip dauert, an einen anderen ebenso unterbelichteten Menschen zu binden.

Doch ist die Brut etwas Besonderes selbst im Scheitern. Während sich Krethi und Plethi von ihren jeweiligen EhegattenInnen trennt oder gar scheiden lässt, ruft die Hofberichtserstattung das Ehe-Aus aus. Allein: warum? Ist das Aus der Ehe auser als die Trennung der an ihr Beteiligten voneinander? Ist das dramatischer als die irgendwie spießig klingende Scheidung?

Und warum überhaupt aus? Ein Ball ist aus. Ein Spiel ist aus. Möglicherweise ist sogar die Maus aus. Aber eine Ehe ist doch bitte vorbei, gescheitert, geschieden, von mir aus auch beendet oder aufgelöst. Von allen schwächlichen Ausdrucksmöglichkeiten ist doch aus die Schwächste. Warum also diese Verbohrtheit, wo es doch immerhin um Promis geht? Sollte man nicht, der Schwere des persönlichen Schicksals dieser besseren Menschen entsprechend, nicht eher Gewichtigeres formulieren? Wie wär's zum Beispiel mit "Ehe-Armageddon im Hause Ferres". Oder "Matrimoniales Martyrium beendet bei Winhouses"? Das wär genauso großer Mumpitz wie "Ehe-Aus". Aber es klänge doch immerhin wichtig. Und der Importanz angemessen.

Dienstag, November 11, 2008

Es geht los...

"Ein Quantum Trost".

Oh Mein Gott! Es geht los! Es wird passieren, ich weiß es. Sämtliche möchtegern Chefredakteure, Leitartikler, Bäckerblumenvolontäre, ebay-Auktionäre, Vereinspostillenherausgeber und sonstige Lachwurze werden den an sich schon gräsigen Bondfilmtitel nicht nur missbrauchen, nein, sie werden ihn auf ihrer Bedürfnisse zuschneiden. Verballhornen. Verkalauern.

Sie werden aus Schwachsinn kompletten semantischen Dünnschiss fabrizieren.

Des Spaßes wegen, gilt es, sich nicht aufzuregen.

Ich sehe schon die ersten Überschriften vor mir...

Z.B. im Fachblatt des Zentralverbands der Automobilverwerter:
"Ein Quantum Rost".

Der Deutsche Wetterdienst wird den Wintereinbruch begrüßen mit den Worten "Ein Quantum Frost".

"Pro Mille", Fachblatt und amtliches Publikationsorgan der Anonymen Alkoholiker wird schreiben "Ein Quantum Prost".

Die Nordrhein-Westfälische Stadt Soest wird für Wellness-Urlaub in ihren ex-Mitropa-Hotels werben mit dem Slogan "Ein Quantum Soest". Auf ähnliche Weise werden die Neufünfländer ihre faschoverseuchten Städte als Urlaubsorte anpreisen: "Ein Quantum Ost".

Was noch?

"Ein Quantum Obst" - Die neue Initiative des Bundesgesundheitsministeriums und des Interessenverbands Kernobst e.V.zur Förderung des Frischobstverzehrs in öffentlichen Schulen?

"Ein Quantum Propst", der nun neue Titel des Zentralorgans der katholischen Dompropste und sonstiger Kirchenkommisare (vorher "Wir sind Propst!")?

Keine Ahung. Aber schlimm wirds werden!

Auch schön: Würzburg

Wieder einmal hat es mich zweck's (gnihi... immmer wieder schön!) Horizonterweiterung verschlagen. Diesmal nach Würzburg. Frankenmetropole, fürst-bischöfliche Resistenz und auch sonst ganz nett. Beschaulich, überschaubar, unspektaktulär, Würzburg.

Bevölkert von einem Rudel provinzieller aber nicht unsympathischer Bayernhasser, die sich allesamt die große Epoche der Frankenkönige zurückwünschen und auch jetzt noch jeden eingeborenen Bayuwaren an den Keimdrüsen aufhängen, wenn sie seiner Habhaft werden.

Wenn Dich ein Franke r-rollenderweise fragt, ob du ein Bayer bist, sagst du: "Nein!"

Und hier die Bilder:

Die Fürst-Kurbischöfliche Renitenz von außen mit Bäumen und Himmel. Aufgenommen vom Kurbisch-Fürsthöflichen Hofgarten zu Würzburg. Samt und sonders und gemeinsam mit dem Gebäude UNESTLE-Weltkulturerbe und allein deshalb schon toll.



Der zentrale, aber nicht der wichtigste Christentempel in einem an Christentempeln reichen Würzburg. Hinreisend illuminiert und mit einem lustigen Detail, welches einzufangen meine Dreckskamera leider nicht in der Lage war. Am Lieferanteneingang dieses barocken Sakralbaus ist die unbefleckte Empfängnis jener Maria bildlich dargestellt, die eben genau für diese Nummer eine gewisse Art von Berühmtheit erlangt hat und von vielen Menschen, meist dann, wenns eh schon zu spät ist, angerufen wird. Maria. Kennt man, die Story...



War sie das? Keine Ahnung. Fleckenlos? Auf jeden Fall. Aber auch schwanger?



DAS ist der wichtigste Christentempel: Der Kur-Würzhöfliche Dom zu Bischburg. Eher schlicht von außen, dafür aber komplett unspektakulär im Innern. Auf meine Nachfrage, ob auch der Dom den Bombenangriffen vom 16.04.45 zum Opfer gefallen ist, schleuderte mir der Befragte lediglich ein bitterböses "ISCH KENNE KEIN ALESCHIA!!!" entgegen und ging -mich dabei verfluchend, mich und alle meiner Art- von dannen.



Und hier Bild, auf das ich wirklich stolz bin. Weniger wegen des brillianten Bildausschnitts, der innovativen Beleuchtung oder auch des faszinierenden Arrangements, nein, wegen der Dreistigkeit, mit welcher ich es geschossen habe. Man muss nämlich wissen, dass privates Fotografieren in der Würz-Bischkürlichen Pestilenz bei Todesstrafe verboten ist. Gut, man darf auch nicht telefonieren, essen, trinken, rollschuhlaufen, atmen oder gucken; aber fotografieren ist das ultimative No-No. Listig und ohne Verschlusston hab ich es aus der Hüfte geschossen. Manchmal mach ich mir selbst Angst!

Dienstag, Oktober 28, 2008

42-3

I've seen things you people wouldn't believe.


Attack ships on fire off the shoulder of Orion.
I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser gate.


All those moments will be lost in time, like tears in rain.



Time to die.

Sonntag, Oktober 26, 2008

Wenn das Essen ist...

... wie ist dann erst Kotzen?
(Hagen Rether)
Maßnahmen betriebsratlich organisierter Arbeitsverweigerung führten mich letzte Woche nach Essen. Man kann über Essen viel sagen, aber weniges davon wäre positiv. Die Stadt ist groß, aber provinziell, hässlich ohne dabei charmant zu sein und die Bewohner sehen aus wie Flüchtlinge aus einer Casting-Show.
Nun die Bilder:













Hier der Anbau der Heilig-Dreist-Kirche zu Essen. Angeblich das letzte Fachwerkhaus, das die verheerenden Bombennächte der Krawalle überlebte, die durch den verdienten Abstieg von Rot-Weiß-Essen im Jahre 1871 nach einer 3:1 Niederlage gegen den FC Blutgrätsche ausgelöst wurden.















Zugang zur Krypta. Hier liegt der Gründer und Stadtheilige Essens, St. Heinz Krupp. An Sonn- und Feiertagen finden sich hier die Essener Gläubiger ein und beten für Krieg, Staatliche Wandelschuldverschreibungen und explodierende Stahlpreise.















Hier das Gebäude der Organisation "Architekten für Ödnis am Bau". Ein beeindruckendes Monument wider übertriebene Kreativität und Innovation.















Hier der Doppelbockförderturm der Zelle Zochverein; seit 1998 Weltkulturerbe. Interessanter als das Gärtnerhäusschen Karls des Großen in Lorsch, aber kein Vergleich zu -sagen wir mal- dem Taj Mahal.

Und weil's so schön ist und die Essener so tierisch stolz drauf sind, gleich noch ein paar Bilder mehr.












































Das hier ist ein sogenanntes Grubenfahrrad. Zum in die Grube fahren.

Freitag, Oktober 10, 2008

Abkr'Atze!

Und wieder einmal hat die Neue Deutsche Komödie ihr hässliches Haupt erhoben. Atze Schröder hat zusammen mit Isajaeigentlichauchwurscht einen lustigen Film gedreht.

U-900

Eine Persiflage (für A. Schröder-Fans: ne Veraaasche, ne!) auf Wolfgang Petersens Meisterwerk "Das Boot". Dem wohl bisher einzigen deutschen Film, der im Zuschauer nicht sofort den Drang erweckt, die deutsche Staatsbürgerschaft aufzugeben.

Und natürlich muss es in der Nazi-Zeit spielen. Hi-Hi-Hitler, watt isset nich lusdisch, ne!

Und natürlich fängt das Feuilleton wie der Pavlow'sche Hund an bellen und fragt "Darf man über diese Zeit lachen?" oder "Dürfen wir über Nazis lachen?" (so der Stern). Die Frage ist so alt, sie darf nur sehr leise gestellt werden. Stellt man sie zu laut, erschrickt sie sich und fällt tot um.

Darüber hinaus ist sie aber auch schon spätestens seit Charlie Chaplins "Der Große Diktator" beantwortet: Klar darf man. Vielleicht muss man sogar.

Andere Fragen werden hingegen nicht gestellt: KANN man, konnte man jemals, über deutsche Komödien lachen? Kann man über Atze Schröder lachen? Ist Atze Schröder lustig?

Sind wir Deutschen überhaupt lustig? Wäre es nicht weniger verheerend für die Menschheit, wenn wir unserer Tradition gehorchend bombend und marodierend fremde Länder überfielen, statt solche Filme zu produzieren?

Am deutschen Wesen mag die Welt genesen.
Aber deutscher Humor, ist lustig wie Tumor.

Da! Es geht einfach nich... völlich unlustig...

Q.E.D.

Donnerstag, Oktober 09, 2008

Ich bin Hartz IV Empfänger, ich kann nicht klagen.

Vor wenigen Wochen wurde vom wertschöpfenden Mittelstand die Meldung genüsslich aufgenommen, dass dieses Hartz-IV-Betrüger-Gesocks endlich dazu verpflichtet ist, beim Versuch sich die Früchte ihres Schaffens zu erschleichen, nun gezwungen ist, Kontoauszüge zum per se zweifelhaften Beweis ihrer "Bedürftigkeit" offenzulegen.

Ist ja auch nicht mehr als rechts und billig.

Heute wurde die Hürde des Sozialschmarotzer- und Gammlertums noch einmal eine Ecke höher gelegt (http://www.welt.de/politik/article2552339/Anwalt-fuer-Hartz-IV-Empfaenger-soll-teurer-werden.html - Nur am Rande: Die Welt ist auch Springer-"Presse", is klar.).

Die Selbstbeteiligung zur Rechtsberatungshilfe für Hartz-IV-Empfänger wurde erhöht. Weiterhin wurden die Reichsbrosamenbehörden dazu angehalten, sich etwas mehr auf die doitschen Tugenden der Gründlichkeit, der Ordentlichkeit und des Gehorsams zu besinnen, und die Anträge auf kostenlose Rechtsberatung doch bitteschön wenn schon nicht wohlwollend, so doch zumindest ein wenig genauer zu untersuchen. Als Prämisse gelte: Wer Rechtsberatung will, braucht sie auch. Wer Rechtsberatung braucht, hat Dreck am Stecken. Ein aufrechter Volxgenosse klagt nicht, er duldet und dient.

Leider ist aber aufgrund eines linksliberalen Einflusses in der Politik der letzten Jahre dies als alleiniges Argument zur Ablehnung eines solchen Ansinnens leider nicht mehr möglich. Ein bolschewistisch anmutendes Rechtsverständnis hat Eingang gefunden in unsere Rechtsprechung und Verwaltung, und so muss dem Erfordernis einer gewissen Legalität staatlichen Handelns Rechnung getragen werden.

Noch.

Aber das nur nebenbei.

Und genug der Polemik.

Es gilt festzuhalten, dass neben den durch das Unterschichtfernsehen initiierten Hartzenjagden nun auch Vater Staat nicht weiters untätig bleibt und sein ureigensten Interessen vertritt. Und wie vertritt ein Staat seine Rechte? Indem er sie seinen Untertanen entzieht. Und das ist hiermit geschehen.

Schleichende Entrechtung Auszustoßender hat in unserem schönen Lande Tradition. In jener ach-so schrecklichen Zeit zwischen 33 und 45, in der längst nicht alles schlimm war, es gab auch Gutes, aber das darf man ja heut nicht sagen, und immer noch zahlen wir Geld an Israel ist doch wahr... nun, auch in jener schrecklichen Zeit, wurde Schlomo nicht von heut auf morgen in Buchenwald oder assoziierten Niederlassungen der bis heute leidlich missverstandenen Instituten einer volxhygienisch indizierten Eugenik vergast. Genausowenig wird heut Siggi Sozialschmarotzer direkt in noch anzulegende Internierungslager auf Mallorca verschickt.

Der Prozess der Ausgrenzung ist ein lunauffälliger, subtiler. Einschränkung der Berufswahlfreiheit (die wir im übrigen auch schon haben!), Entziehung des Rechts Bankkonten anzulegen, Entziehung passiver und aktiver Wahlrechte. Letztlich Entziehung der Bürger- bis hin zu den Menschenrechten. Letztlich physische Vernichtung. Damals begleitet vom "Stürmer", heute von der Bild-"Zeitung".

Ich frage mich ernsthaft, was als nächstes geschehen wird. Folgt man dem bisherigen Ablauf der Ereignisse, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis textile Kennzeichnung (ein gelbes VW-Logo wär doch eine Idee!!!), offen auf der linken Seite der Oberbekleidung zu tragen, Anspruchsvoraussetzung wird.

Und wenn's denen nicht passt, können Sie ja klagen.

Twilight Zone

Es heißt, die Finanzkrise habe die "Realwirtschaft" erreicht.

Neben dem Begriff des "Jungseniors" ist das der seit langem aufsehenerregendste Verbaldünnschiss, geboren in den crackumnebelten Hirnrudimenten unsere Eliten, der sich seinen Weg aus zu Recht vergessenen Lehrbüchern in die mediale Öffentlichkeit gegraben hat.

Banken sind also Irrealwirtschaft?
Die reine Fiktion?
Produkte eines gestörten Geistes?

So gesehen könnt's natürlich sein...

Montag, September 29, 2008

Pro(lo)7 - Die Krücke

Selten wurden alle Vorurteile, die man gegenüber den deutschen "Filmschaffenden" hab kann, so eindrucksvoll bestätigt, wie in der Neuauflage von "Die Brücke".

Banalisiert, verfälscht, bis zur Unkenntlichkeit auf Guido-Knopps "Das Reich sucht den Superstar"-Niveau herunterverhackstückt, kurz, ein Schlag ins Gesicht Bernhard Wickis. Oft wird der Tod als Gnade empfunden, in diesem Fall muss man dieser Auffassung unumwunden zustimmen. Ist es wahr, dass die Ungerechtigkeit der Lebenden die Toten rotieren lässt, so können wir getrost davon ausgehen, dass Bernhard Wicki - wo immer er auch jetzt sein mag- dorten als Ventilator verwendet wird.

Die Suche nach rationalen Argumenten muss hier zu Gunsten reiner Polemik aufgegeben werden. Es gibt keine nachvollziehbare Erklärung für dieses Machwerk, außer den kranken Willen, diese geniale, zu Herzen gehende Geschichte und geniale Verfilmung mit Anlauf in den Schmutz zu ziehen.

Hier feiern Bild, RTL II, die Reihen fest geschlossen mit PRO 7, fröhliche Urständ. Hier hat sich alles getroffen und vereint, was das Medium Fernsehen in Deutschland zum Furunkel am Arsch einer mittlerweile unerträglichen Gesellschaft hat werden lassen.

Wo einst die Frage nach dem Sinn des Krieges, falsch verstandenem Heldentum, Mut, Ehre, Freundschaft und das Schicksal einer missbrauchten Generation thematisiert wurden, ist nur noch der Versuch geblieben, eine Titte und in die Prime Time zu bekommen, und aufgrund pseudo-historischer Aufklärungsbemühungen an der Zensur vorbeizuschmuggeln.

Verwunderlich ist nur, dass die Sendung nicht alle 2 Minuten durch Werbung für "Siggis Tod als Klingelton für dein Handy" unterbrochen wird. Verwunderlich ist auch, dass die Verantwortlichen für diese vor jedem Gericht unanfechtbare Begründung, Molotov-Cocktails in die Büros der Produktionsfirma zu werfen, nicht permanent dauermusikuntermalt ist vom Oeuvre eines Herrn Bushido oder gar dem sanglich Erbrochenem einer Sarah Connor oder von mir aus noch der Kelly Family.

Letztlich bleibt nur die Frage, wie sie schon auf einem der berühmtesten Anti-Kriegsplakate aus den Zeiten des Vietnam-Kriegs gestellt wurde: "Why?". Ich schätze mal, für alle, die diese Unerträglichkeit als auch nur halbwegs adäquate Neuverfilmung erachten, muss man das Übersetzen: "Why?" ist englisch und heißt "Warum?".

"Die Jugend ist nicht gut oder schlecht. Sie ist so wie die Zeit, in der sie lebt."
(Manfred Gregor)

Wenn ich das übertrage, dann stellt das unsere Zeit in ein selten übliches Licht: "Das Fernsehen ist nicht gut oder schlecht. Es ist, wie die Zeit, in der es gemacht wird."Davon ausgehend kann man nur noch hoffen, dass hier der Letzte hoffentlich bald das Licht ausmacht.

In diesem Sinne: Warum?

Freitag, September 26, 2008

Feld, Wald und Wiese

Ein Ausflug in die unberührte Natur bietet viel Erbauliches. Ignoriert man die Tatsache, dass das meiste davon versucht, einen entweder in den Hintern zu beißen, zu stechen oder einem sonstwie den Tag zu versauen, kann man durchaus einen gewissen Lustgewinn aus dem Aufenthalt im Freien ziehen.

Einige Fotos sollen davon zeugen.























Da ist zum einen die lustige Welt der Pilze. Hier haben wir einen - leider unscharfen - Morchelheimer. Witze über diesen Pilz verbieten sich. Zum einen ist es einfach zu einfach, über solch ein Objekt einen Spruch zu machen. Zum anderen würden diese Sprüche zu oft in eine Richtung unterhalb der Gürtellinie gehen.

Aber...

Lustig sieht er aus.

Was hier mediumsbedingt nur schwer rüberkommt, ist der durchaus eindrucksvolle Geruch. Der Freund hier riecht wie ein Hartz IV-Empfänger im Sommer beim "Deutschland sucht den Superstar"-Marathon.

Atemberaubend, im wahrsten Wortsinne.



















Aus der richtigen Position heraus beobachtet, bietet die Natur auch immer wieder Grund und Anlass zur Erheiterung.

Das Arrangement "Alfred E. Neumann mit Baumpilzen" steht - so hoffe ich zumindest - so kurz davor, im Metropolitan Museum of Modern Art lobend erwähnt zu werden.

Was natürlich eher unwahrscheinlich ist, aber eine Überlegung ist es wert.



















Viele von uns waren - mal mehr, mal weniger freiwillig - als Kind in der Zwangslage, mit einem Teil der Verwandtschaft "wandern" zu gehen. Wandern ist hierbei natürlich nur ein Euphemismus für entweder einen "10 stündigen Gewaltmarsch durch irgendeine gottverlassene Kraterlandschaft am Ende der Welt", oder aber (wie so häufig in meiner frühesten Jugend) ein leichtes Ausschreiten mit schwerem abschließendem Gelage. Meist in einer Hütte. Was die Altvorderen dann "'Einkehren" nannten. Ein zu Recht in Vergessenheit geratener Terminus.

Wie auch immer.

Auf solchen Exkursionen ergab sich mannigfaltig die Möglichkeit, nicht nur familäres Sozialverhalten zu erkunden und zu erlernen, nein, meist zeigte sich auch ein über Primatenniveau befindlicher Verwandter erbötig, einem die Welt zu erklären. Hierzu gehört natürlich auch die Pilzkunde. Welcher ist ungiftig, welcher ist nur "ungenießbar", welcher ist giftig.

So war es auch bei mir, und irgendeines meiner mittlerweile verstorbenen Familienmitglieder, teilte mir im frühen Pleistozän der Jugend mit, dass es sich bei dem hier abgebildeteten Pilz um einen "Ziegenbart" handele. Dieser sei nicht nur nicht giftig, sondern sogar essbar. Was natürlich aufgrund der erbarmungswürdigen Menge, die dieser Pilz repräsentiert, einen extrem langen Atem im Bezug aufs Pilze sammeln erfordere.

Und was soll ich sagen? Wie viele Informationen, die an dieser Stelle von einer Generation zur anderen tradiert wurden, ist auch diese vieles, aber doch hauptsächlich eines, nämlich falsch.

Es handelt sich hier mitnichten um einen Ziegenbart.

Es ist ein "Klebriger Hörnling". Die Wortwitze, die sich daraus ergeben, macht bitte jeder selbst. Und am besten daheim. Dort wo's keiner mitbekommt.
























Auch bietet ein Ausflug Gelegenheit zur wissenschaftlichen Fortbildung. War besagte Wissenschaft bisher der Meinung, dass sich nur das Laub im Herbst aufgrund mysteriöser Prozesse bunt färbt, so muss wegen dieses Fotos die gesamte Lurchkunde neu geschrieben werden.

Auch Frösche unterliegen offensichtlich einer saisonal bedingten Farbänderung.

Dieser Herbstlaubfrosch färbt sich ab Ende August rötlich, um so im sich ebenfalls verfärbenden Laubwald erfolgreich getarnt zu sein.

Im Frühjahr und im Sommer ist dieser Frosch grün und heißt "Laubfrosch". Im Winter schläft er, wird also nicht weiß, wie anzunehmen wäre.

Insofern ist diese Spezies bemerkenswert, als dass sie nicht nur ihre Erscheinung, sondern auch ihre Bezeichnung den Jahreszeiten entsprechend ändert.



















Und das hier sind einfach nur Jungbullen.

Auch hier verbietet sich jeder Wortwitz. Umsomehr, als der Wortwitz Bezug auf sich in der Ausbildung befindliche staatliche Ordnungskräfte nähme.

Macht man einfach nicht.

Das haben die Jungs hier einfach nicht verdient.

In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

Mittwoch, September 17, 2008

Aus der Reihe: Zu Recht vergessene Rubriken

Nicht verwechseln:

Dienstag, September 16, 2008

Auf's Grote, wohl!

Tja, sehr geehrter Herr Ex-Beck, da können Sie doch mal sehn, was man mit einer wirren Fri- und noch schlechteren Ra-sur so alles werden kann. Sogar Prof. Dr. Und das nicht im Fachbereich angewandtes AKW-blockieren, Wale zurück ins Meer ziehen und HartzIV-Erschleichung, sondern als Lehrstuhlinhaber an der Frankfurt School of Finance & Management.

Dieser freundliche Zausel wurde im Umfeld des aktuellen Börsen-, Banken- und Fiktionalwirschafts-Crash an die mediale Oberfläche gespült und erklärte uns gestern in der ARD die Welt.

Ich hab's immer noch nicht aussortiert, was mich hier mehr irritiert. Die Bob-Marley-Matte? Der Messmer'sche Gesichtsnaturtarn? Die provokativ (auf hohem Niveau) nachlässige Kleidung?

Oder aber die Überlegung: Wie gut muss man sein, um mit dieser Erscheinung, in diesem Umfeld, so weit zu kommen? Die Finanz-und Bankenwelt, auch und gerade im universitären Dunstkreis, ist ja nun nicht bekannt für ihre modisch-menschliche Toleranz. Die meisten von uns kennen vielleicht diesen Phäno-Typ des jung-Ackermanns, der Campusse überall in der Republik optisch verseucht. Typen, die im Winter mit Anzug und Einstecktüchlein, und im Sommer auch mit Anzug, aber dafür mit lässig-frech über die Schulter drapiertem, meist rosafarbenen Lacoste-Strick daherkamen, und die im Geiste schon Wichtig-In-Einem-Vorstands-Meeting-hocken und Rate-für-Porsche-überweisen übten.

Immerhin ist diese Ausnahmeerscheinung "[...] not only a first-class lecturer." Sondern er wird auch "With his expertise and creativity [...] further expand our research activities in the field of private equity and mergers and acquisition."

Private Equity? Mergers and Acquisition? Sehen die Leute da nicht in der Regel so aus:













Also wenn ich die Wahl hab, nehm ich "Wolle" (er heißt mit sicherheit Wolle bei sich daheim! Seine Kumpels nennen ihn "Wolle". Bin ich mir sicher!)

Und irgendwie bin ich ein wenig, ein klitzekleinwenig, mit einer Welt versöhnt, in der das, in der jemand wie er, in der Form möglich ist. Klar, sicher! Es ist vermessen und auch wahrscheinlich ungerecht, vom Äußeren auf seine Qualifizierung oder gar "innere Werte" zu schließen.

Aber immerhin: Diese Form des Individualismus muss man sich leisten können, sprich, muss er sich verdient haben. Ich möcht' nicht wissen, wieviel Knochen seine Vorgesetzten am Tag so kotzen. "Er ist eine Schande für die Fakultät, wir müssten ihn im Wandschrank halten, aber scheiße noch-eins, er ist der Beste!".

Sowas verdient Respekt.

Und hier ist er daheim: http://www.frankfurt-school.de/content/en/news/newsfolder/2008/04/010408_n

Donnerstag, September 11, 2008

Wenn Alfred E. Neumann die Welt erklärt

Sieht das so aus:

Seit den Griechen wissen oder vermuten wir, dass Materie aus kleinen und kleinsten Teilchen besteht, den sogenannten Atomen. Jetzt hat man irgendwann rausgefunden, dass diese vermeintlich kleinsten Teilchen garnicht die kleinsten sind, sondern dass die AUCH wieder aus noch kleineren Teilchen bestehen, . z.B. Protonen, Neutronen und Elektronen. Und als wär das nich' genug, bestehen die AUCH wieder aus noch viel kleineren Teilchen. Das merkt man aber nur dann, wenn man sie aufeinanderballert.

So, und wenn man jetzt Protonen aufeinanderschießt, dann platzen die und zerfliesern in ein ganzes Bündel niedlicher, teilweise auch interessanter Winz-Teilchen. Das is 'n ganzer Zoo von verschiedenen Teilchen, worunter das QUARK das bekannteste ist, quasi der Knut der subatomaren Partikel.

















So würde Knut als Quark aussehen (Symbollfoto)

Das Problem ist jetzt, dass die Herren Wissenschaftler und Professoren, bevor sie jetzt irgendwas mit irgendwas anderem zusammenrauschen lassen, ausrechnen, was passieren MÜSSTE, damit ihre THEORIE, die sie sich abends beim Bier ausgeschwitzt haben, stimmt. Sprich, da kommt so 'n Kerl an und sagt, wenn wir Proton "Heinz" auf Proton "Hilde" schießen, dann müssen die Teilchen "Frida, Berta und Matthias" bei rauskommen. Die müssen dann die und die Größe, Energie, Masse und (vielleicht) Lebensdauer haben.

Und nun wirds prickelnd. Meistens passen die Rechnung und Ergebnis zueinander. Jedenfalls zum größten Teil. Aber halt leider "nur" zum größten Teil. Je fieseliger das wird, umso mehr "Differenzen" tauchen auf. Heißt, es entstehen zwar "Frida, Berta und Matthias", die wiegen aber zusammen nur 195 Kilo, statt der vorausberechneten 200 Kilo. Außerdem sind alle drei blond, und nicht rothaarig, wie berechnet. Also beschließt der Wissenschaftler (Und das ist jetzt ganz anders als bei uns in der Schule: Wenn da 'ne Rechnung nicht aufgegangen ist, warst DU dran schuld, das Ergebnis war falsch, du warst dumm und bist durchgefallen!), dass die zwar die Rechnung stimmt, allein, die Realität weicht hinterlistigerweise ein wenig davon ab.

Deshalb sagt der Wissenschaftler nun, die Rechnung stimmt - oder würde stimmen -, WENN da noch irgendwo ein 5 Kilo schweres Teilchen rumspringt, dass WENN es existieren würde, die Differenz von 5 kilo aufwöge. Weil nämlich: 195 + 5 = 200.

Und deshalb fängt er nun an, das Teilchen zu suchen. In unserem Fall heißt der Wissenschaftler Higgs, ist Schotte, und sein Teilchen nennt er aus nicht nachvollziehbaren Gründen "Boson", und suchen tut er das schon ne ganze Weile.

Also hat er sich mit ein paar Gleichgesinnten irgendwann zusammengesetzt und begonnen, Protonen gegeneinanderzubatschen, in der Hoffnung, dass da irgendwann das Teil bei rauskommt. Das haben die schon früher im CERN gemacht, haben allerdings gemerkt, dass "ihrer" zu klein ist und sie 'nen "Größeren" brauchen. Beschleunigerring. Männer wollen nämlich immer 'nen "Größeren" haben.

So, und DEN haben sie nun, sind glücklich und froh und gestern wurde der erste Protonenstrahl losgeschickt. Der war allerdings noch ganz langsam und diente nur dazu, den Ring (nein, BESCHLEUNIGERring, nicht DEN EINEN RING...) zu kalibrieren.



















Auch ein Ring, aber halt ganz ein anderer.


Im Oktober machen sie dann ernst. Dann wird ein Proton auf annähernd Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, in eine Richtung gehetzt, und ein anderes Proton in die andere Richtung. Die treffen sich dann in der Mitte, ähnlich zwei vollbesetzten Autos Sonntagsmorgen auf dem Weg von der Disko auf irgendeiner Landstraße in Mecklenburg-Vorpommern, und dann macht's "fizzz" und dann haben sie -hoffentlich- ihr Teilchen am Start.

UND AN DER STELLE, bei diesem "fizzz" könnte es passieren, dass unheimlich kleine, unheimlich massereiche und unheimliche fiese Dinge entstehen, die man gerne in Ermangelung eines treffenderen Terminus als "schwarzes Loch" bezeichnet. Und wenn die entstünden, was sie aber aller Wahrscheinlichkeit nach unterlassen werden, so wie es sich die Panikmacher ausmalen, weil sie zuviel Hollywoodschinken gucken, dann würden diese kleinen schwarzen Löcher anfangen, alle sie umgebende Materie aufzusaugen, ähnlich wie wenn der Jörch ein Weizen sieht. Schwupps, wech. Und wie der Jörch mit dem Weizen, würden die kleinen schwarzen Löcher zu großen schwarzen Löchern und würden immer mehr saugen und immer größer werden und am Ende würden sie erst die Erde schweizvoran, dann das Sonnensystem, und, wenn die Überstunden bezahlt werden, die ganze Galaxis aufsaugen.

Tja, und dann wär hier Ruhe im Objekt.

Dienstag, September 09, 2008

Esoterik oder warum ich nicht reich bin


Danke für die Einladung! Dann haste mich jetzt hier auch anner Backe! Und gleich als Willkommensgruß:

Beim Durchblättern eines Katalogs aus dem Themenbereich Esoterik bin ich auf folgendes gestoßen: Wasser-Energetisierung. Ob das auch mit Kaffee und Tee funktioniert?

Et tu, SPD?














"Von Putsch kann keine Rede sein. Ich trete dem entgegen, dass es so etwas gegeben hat."
(Peer Steinbrück)

"Sie können sicher sein, dass ich nichts, aber auch nichts dazu beigetragen habe, dass die Entscheidungen am Wochenende so gefallen sind."
(F.-W. Steinmeier)

In diesem Zusammenhang ist vielleicht dies interesssant:

Spiegel-Online vom 21.06.2008























Fundstelle

Spiegel-Online vom 09.09.2008
























Fundstelle

Montag, September 08, 2008

War ja klar, eigentlich!

Kein Bart.

Ordentlicher Scheitel.




Ist schon mal jemandem aufgefallen, dass seit 33 kein Bartträger Kanzler wurde?

Wir sind Pabst!

















Weitere Songs des Albums sollen angeblich dem Da Leih-Lama und dem Ober-Muffin von Baghdad gewidmet sein.

Montag, September 01, 2008

Unsere Gurkentruppe...

Mit den Buben am Drücker, braucht uns nicht Bange sein!








Von links nach rechts:

Schabrackenkapitän zur Binnensee Hinnack Krause, Spitzname "Minesweeper".
Verpflichtete sich im Alter von 21 Jahren zu 100 Jahren Fregattendienst auf der "HMS Harndrang" und arbeitete sich dort in kürzester Zeit vom Kielholer zum Kaptiän dritter Klasse hoch. Seine Hobbies sind "beim Mensur üben immer richtig eingeschenkt bekommen" und Labskaus.

Kamerad ohne Rang Hartmut Fröhn, Spitzname "Eckfähnrich". Ging mit 16 schon zum Bund, weil die Schulpflicht endete. Als völlig begabungsfreier Jungbundling qualifizierte er sich nach mehreren Versuchen zum Abstandshalter auf Widerruf in der Bundespräsidialen Ehrengarde. In seiner Freizeit ist er ein zuverlässiger Schnitzeltester auf Staatsempfängen.

Private First Class Ulle Knöchling, Spitzname "Zuhälter". Wurde vor seiner Stammkneipe durch Werber der Bundeswehr geshanghait und verbrachte mehrere Jahre unfreiwillig als Botenjunge auf dem Bergepanzer "Heinrich Himmler" im Grenzgebiet zwischen Etsch und Belt. Wird aufgrund seiner listigen Physiognomie gerne mit Rudolf Scharping verwechselt und schlägt daraus Kapital.


Sondergefreiter für Aufklärung und Propaganda Torsten Torf, Spitzname "Unser Walter". Verpflichtete sich für 7 Jahre als Radarantennendreher beim Luftabwehrgeschwafel "Droste-Hülshof", wurde aber aufgrund seiner Qualitäten auf dem Gebiet des Witze-erzählens in die Propagandabteilung überstellt. Dort dient er seither als Witzbarometer und prüft Nachrichten aus Krisengebieten. Erst wenn er nicht mehr lacht, ist die Lage ernst (das Bild wurde nach Eintreffen der Nachricht vom Tod eines Kameraden aufgenommen).

Schach-Maat Erster Klasse Hauke Landunter, Spitzname "Perlweiß". Wurde im Alter von 6 Monaten vor der Berthold-Brecht-Kaserne in Wuppertal gefunden und vom Wachoffizier vom Dienst im Namen der Kompanie adoptiert. Wurde mit Beginn der Pubertät aus hygiensichen Gründen auf das U-Boot "Konrad Zuse" überstellt, wo er seither als Wasserstandsmelder Dienst tut. Seine Hobbies sind Buddelschiffe und aufmerksam Zuhören.

Mittwoch, August 27, 2008

Fleckvieh im Vertrieb

Als wäre Tanken in diesen Zeiten aufgrund einer bolschewistischen Preisgestaltung nicht eh schon ein Vorgang mit nur eingeschränktem Lustgewinn, nein die Jet-Tankstelle in Darmstadt setzt da noch einen drauf.

Sie steht hinter der Theke. An der Kasse. SIE. Das Dunkelbunte Fleckvieh im Direktvertrieb.

Allein "stehen" ist ein irreführender Begriff für das, was man als heroischen Versuch interpretieren könnte, nicht von den Auswirkungen eines ausgedehnten vorabendlichen Bummels mit Justin und Jaqueline durch die Pflaumen- und Apfelbaums, Kinky-Palaces und Chez Mandies der darmstädter Innenstadt unter die Tischplatte gezogen zu werden.

Dennoch, da steht sie nun und schaut mich an. Obwohl auch "schauen" diesem völlig perzeptionsneutralen Vorgang nicht gerecht wird. "Schauen" ist zielgerichtet. "Schauen" erfordert geistige Regheit, Hirn, Intellekt. Nichts davon ist diesem Wesen auch nur im Entferntesten bekannt oder immanent und ich muss mich korrigieren: Sie glotzt. Sie glotzt in meine ungefähre Richtung, als ich die Tankstelle betrete. Und das auch nicht, weil sie in mir einen Kunden, einen zahlenden Menschen, einen wenn auch nur geringen Teil eben jenes magisch-ökonomischen Balletts erkennt, an dessen Ende das herauskommt, was sie wohl als "ihr Gehalt" bezeichnen würde, wenn ihr das nötige Vokabular dafür zur Verfügung stünde. Nein, allein das Türgeräusch hat sie zur kurzfristigen Unterbrechung ihres frühmorgendlichen Wiederkäuens animiert, irgendwo zwischen Fluchtreflex und triebhafter Neugier.

Ich merke sofort: Ich als Person, als Mensch, als fühlend und zahlungswillig' Wesen bin hier völlig irrelevant. Würde ich mich auf der Stelle in ein blässlich nachglühendes Ammoniumwölkchen verwandeln, sie würde den Unterschied nicht mal bemerken. Doch noch bevor sich dieser -an sich traurige- Erkenntnisgewinn im Unterlassen einer freundlichen Begrüßung manifestiert, haben sich schon äonen-alte Erziehungsmuster Bahn gebrochen, und ein "Guten Morgen" entschlüpft mir ebenso schnell wie unkontrolliert, eine Salutatio Präkox, quasi. Unbeabsichtigt, und völlig unpassend.

Zu spät, ich habe mich als ihr unterlegen gezeigt und werde dementsprechend behandelt. Zunächst zeigt sich dieses "Behandeln" in der hunderprozentigen Abwesenheit jeglicher Be-Handlung. Meinen Weg von der Tür zur Kasse verfolgt sie mit amöbenhafter Teilnahmslosigkeit, mein Erreichen des Tisches quittiert sie nicht mal mit dem Fokusieren ihrer kuhbraunen Augen auf mich. Sie glotzt in animalisch-enthirnter Stupidität nicht nur an mir vorbei oder durch mich hindurch, sondern sie schafft es, trotz der groben Ausrichtung ihres Kopfes in meine Richtung, mich völlig und umfassend zu ignorieren. Ein kurzer Blick in die Reflektion des Fensters überzeugt mich davon, dass ich immer noch über eine gewisse materielle Dichte verfüge und sich das Licht an mir in der dem Erkennen förderlichen Art und Weise bricht, und dass ich nicht doch überraschenderweise durch eine fiese Strahlungseinwirkung unsichtbar geworden bin.

Regloses Verharren in ihrem Gesichtsfeld führt dazu, dass sie mich wahrnimmt. Widerwillig. Was sie da sieht, mag sie nicht. Offensichtlich.

Der Vorgang des Bezahlens mit EC-Karte ist ihr komplett nicht nachvollziehbar. Hat sie doch einen nicht unbeträchtlichen Teil ihres jungen, aber bis dato vollumfänglich sinnlosen Lebens, damit verbracht, den Vorgang des Bezahlens mit "Geld" zu verstehen, scheint ihr die Verwendung jenes kleinen Plastikscheibchens nur aus der Art von Filmen bekannt zu sein, in welcher Männer mit guten Anzügen, aber schlechten Dialogschreibern, damit Crack-Häufchen kleinhäckseln, um die Intranasalverkostung des feinen Stoffs nicht allzusehr in ein rhinolaryngologisches Massaker ausarten zu lassen. Dass man damit auch Rechnungen begleichen kann, ist für sie aber in etwa so verständlich wie die spezielle Relativitätstheorie oder Malen-Nach-Zahlen im Zahlenraum bis "2".

Die mentale Leistung der Verbindung der auf ihre völlig überlastete Kleinhirnrinde einstürmenden Bilder "Mensch mit EC-Karte" mit dem ihr nach mehrmonatigem Leckerlietraining beigebrachten Konzept der "Rechnungsbegleichung" bringt ihren Schädel zum Vibrieren. Infraschallbrummen durchdringt den Raum.

Doch plötzlich greift sie mechanisch nach der Karte. Sie erinnert sich, sie hat irgendwann mal gelernt, dass wenn diese seltsamen Leute bei ihr vor dem Tisch stehen, diese ihr kleine Dinge in die Hand geben, die sie dann in eine kleine Schublade zu den anderen kleinen Dingen legen muss. Manchmal muss sie auch andere kleine Dinge zurückgeben, aber nicht jetzt. Das freut sie.

Doch nun komme ich daher, und überfordere sie damit, indem ich mit diesem bunten Stück Plastik bezahlen will. Das darf sie nicht zu den anderen kleinen Dingen in die Schublade legen. Sie ist verwirrt. Nur ihre Berufs-Kittelschürze hindert sie daran, sich zu putzen.

Und deshalb glotzt sie mich an. Sie glotzt, wie ich es nur einmal je in meinem Leben zuvor gesehen habe, und zwar bei einer Fahrradtour, die mich in den schweizer Bergen durch eine Herde Kühe führte. Auch die haben geglotzt. Sie glotzt diese Art von Glotzen, bei welcher der Beglotzte zwangsläufig Gefahr läuft, in der intellektfreien Tiefe hinter der Iris, in diesem vernunftleeren Raum, dieser zerebralen Ödnis, zu versinken. Diese Art von Glotzen, die ähnlich dem Erfrierungstod ist: SCHLAF NICHT EIN, REDE MIT MIR, SONST IST ALLES VERLOREN, BLEIB BEI MIR, BOB!!!

Und nach einer gefühlten Ewigkeit, in welcher kleinere Gottheiten auf Erden erscheinen, Religionen gründen und wieder in Vergessenheit geraten können, feuert eine bis dato untätige und von allen ungeliebte Synapse einen schwächlichen aber ausreichenden Impuls in die schwelenden Rudimente des Erinnerungszentrums ihres an Unterforderung dahingeschiedenen Kleinhirns. Verschiedene Schalter und Relais rasten ein, stellen Verbindungen her und am Ende steht: Erkennen.

Sie sagt: "Achso, Sie wolle mid de Kaad bezahle?!?"

Sie äußert das in einem Tonfall, der aus 5 Prozent Überraschung , 50 Prozent Vorwurf und 45 Prozent dummdreister Impertinenz besteht, der in weniger aufgeklärten, fundamentalistischeren, ursprünglicheren, aber auf dem Gebiet der Frauenhaltung fortschrittlicheren Gesellschaften zur sofortigen Steinigung geführt hätte.

"Mid de Kaad".

Genau.

Sie ist ganz von allein draufgekommen.

Freitag, August 22, 2008

Glückwunsch!

Donnerstag, August 21, 2008

Invaders



Hierbei handelt es sich um die Kollektion auf freier Wildbahn selbst geschossener Invaders (ok, ok, den genfer Invader hat Sandra erlegt. danke dafür!) . Die stammen von einen Kerl aus Frankreich, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, im Rahmen künstlerischen Schaffens durch die Weltgeschichte zu fliegen und allüberall Invader-Mosaike an die Wände zu pappen.

Der Mensch braucht eine Aufgabe!

Niedlich, nich?

Montag, August 11, 2008

Man fragt sich schon...

... ist das Absicht?

Oder so...

Mittwoch, August 06, 2008

Krisenstäbchen

Der Preis für die dämlichste Schlagzeile des Tages geht heute ausnahmsweise mal an den SpOn:

ENTFÜHRUNG IN AFGHANISTAN

Krisenstab geht von kriminellen Motiven der Kidnapper aus


Die Vermutung der Experten des Krisenstabs, es handele sich um eine karitativ motivierte Entführung, musste letztlich doch korrigiert werden.

Dienstag, August 05, 2008

BYH: Nachlese (Teil 1)

Assi mit Niveau:























Kittelschürze of Death:























Und ich sach noch, "Terri", sach ich, "tu das nich!":




















Re-spect, Aldä!

No brain, no pain!

Freitag, August 01, 2008

Dresscode trocknen Hirn aus

Aus gegebenem Anlass hat mich die Frage umgetrieben, wie man sich denn nun als High Potential und zukünftige Vorstandsmolluske in diesen tropischen Zeiten im professionellen Umfelde gewandet.

Eine kurze Suche förderte diesen Treffer zutage. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Artikel von einem Herrn mit Schlips (respektive Kravatte) oder einer Dame mit hochgeschlossener Bluse geschrieben wurde. Ich zitiere (kursive Anmerkungen von mir):

Dresscode für das Büro im Sommer bei Hitze

Für Büros in denen Wert auf gepflegte Kleidung gelegt für diese gilt während der Sommermonate weiterhin ein strikter Dresscode auch wenn keine Klimaanlage installiert sein sollte.

Außerdem gilt bei hohen (und tropischen) Temperaturen die Regel des sogenannten Partizipienverzichts. Diese dürfen bei über 20 Grad weggelassen.

Für Herren gilt, dass Sandalen und kurze Ärmel nicht erlaubt sind. Auch das lockern der Kravatte oder Knöpfe am Hemd zu öffnen ist nicht gestattet.

Kravatte? Groß- und Kleinschreibung? Satzzeichen? Nicht bei diesem Wetter!

Bei tropischen Temperaturen und großer Hitze im Sommer ist das Ablegen des Jackets und der Kravatte gestattet.

Aber nur im Sommer. Und dann auch nur, wenn tropische Temperaturen und große Hitze gemeinsam auftreten. Bei überraschenden Hitzeperioden in Herbst oder Winter ist das Öffnen der Kravatte oder das Lockern der Knöpfe am Hemd nicht nur nicht verboten, sondern explizit erwünscht!

Für Frauen sind kurze Arme und Beine gestattet, jedoch sollten diese rasiert sein.

Logisch. Saisonal bedingte Kleinwüchsigkeit entbindet die modisch elegante Frau nicht von den grundlegenden Regeln der Hygiene und des gepflegten Auftritts!

Für beide Geschlechter gilt als oberstes, dass Schweizgeruch im Büro nicht geduldet ist und DEO und deodorieren auch Pflicht ist.

Der Artikel stammt offensichtlich aus Österreich. Ob dort mittlerweile der Ausspruch "Du stinkst wie ein Eidgenosse" Eingang in die Umgangssprache gefunden hat, bleibt noch herauszufinden.

Diese Dresscodes stammen von Uwe Fenner Leiter des anerkannten Instituts für Stil und Etikette.

Uwe Fenner ist ebenfalls Mitglied der "Arbeitsgemeinschaft Interpunktionsverzicht" und Mitarbeiter der Forschungsgruppe "Satzbau" des Instituts für angewandte Sprachdegeneration.

Was einzig zur Erkenntnis führt, dass ein Mitarbeiter in Shorts und Schlabbershirt aufgrund der damit einhergehenden positiveren Cerebralklimatisierung vielleicht doch ein größerer Nutzen für's Geschäft ist, als einer, bei dem aufgrund der hohen (und tropischen) Temperaturen (im Sommer) schon die irreversible Eiweißreduktion im Sprachzentrum angefangen hat.

Und falls mir mal wieder niemand glaubt: http://www.praktische-tipps.de/beruf/dresscode/58/dresscode-fuer-das-buero-im-sommer-bei-hitze.htm